Genthin l Neuer Schwung für den Volkspark in Altenplathow. Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) hat in der Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe „Zwischen Elbe und Fiener Bruch“ (ELFI) das Projekt mit dem sperrigen Titel „Inwertsetzung der historischen Parkanlage Volkspark Genthin“ vorgestellt. Die Aktionsgruppe ist eine Vorinstanz für die Genehmigung einer späteren Finanzförderung im Rahmen des Leader-Projektes. Als erste Stufe soll ein Umsetzungskonzept erarbeitet werden. Dieses Papier soll aufzeigen, wie der Park zukünftig entwickelt werden kann.

Neuer Treffpunkt der Genthiner

Günther nannte dabei Ideen, den Volkspark als Begegnungsstätte für junge und ältere Genthiner zu gestalten. Sportler und Spaziergänger sollen den Park gleichermaßen gern nutzen. „Denn“, so machte der Bürgermeister deutlich, „der Volkspark ist für alle Bürger da.“ Von Anfang an soll ein Platz für das Stadtkulturhaus mitberücksichtigt werden. Auch eine Anlegestelle für Fahrgastschiffe, eine Marina und Caravan-Stellplätze sind Teil der Planung.

Weiterhin veranstaltet werden sollen das Frühlings- und das Kartoffelfest. Heike Winkelmann vom Leader-Management äußerte sich im Anschluss der Präsentation: „Die ELFI-Mitglieder begrüßten die Maßnahmen rund um die historische Parkanlage, ohne jetzt im Detail über die eine oder andere Maßnahme gesprochen zu haben. Es gab keine größeren Diskussionen zur Vorstellung.“

Bürgerbeteiligung gewünscht

Das Projekt steht an zweiter Stelle auf der Prioritätenliste 2019 des Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und kann bis zum 1. März 2019 formell beim Landesverwaltungsamt beantragt werden. „Die Erstellung des Umsetzungskonzeptes wird man 2019 realisieren können, natürlich immer unter der Voraussetzung, dass zügig ein Zuwendungsbescheid erteilt werden kann“, sagt Winkelmann. Sie habe sehr umfänglich die Berichterstattung über den Genthiner Volkspark verfolgt und begrüßt auch die geplante Bürgerbeteiligung, die Mathias Günther ganz klar benannt habe.

„Grundsätzlich finde ich es toll, dass sich die Bürger schon jetzt melden, was es natürlich nicht einfach macht, aber für die Zukunft vielleicht tragfähiger“, hofft sie und schränkt ein: „Nicht alles wird sofort und gleich machbar sein.“ Dennoch habe der Volkspark Entwicklungspotenziale.

Matthias Günther war mit seinen Plänen in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses in die Öffentlichkeit gegangen. Dass er den Volkspark als möglichen Standort für das neue Stadtkulturhaus in Betracht zieht, beschwor allerdings den Widerspruchsgeist der anwesenden Gäste herauf. Gegen ein solches Vorhaben wandte sich vehement eine Unterschriftensammlung, die die Altenplathowerin Ursula Sprössig initiierte.

350 Unterschriften gesammelt

Die Listen mit zirka 350 Unterschriften wurden Ende der vergangenen Woche im Rathaus abgegeben. Ihr liege die Stadt am Herzen und sie kämpfe dafür, dass „solchen Gegebenheiten wie die Bebauung des Volksparkes oder die Teilung der Stadt durch die Schließung der Bahnübergänge Einhalt geboten werde“, erklärte sie gestern in einem Gespräch mit der Volksstimme.

Deshalb stelle sie sich gegen die angekündigte Umgestaltung des Parkes. Befürworter der „Stadtkulturhaus im Volkspark“-Idee haben sich bislang noch nicht in dieser Deutlichkeit geäußert. Allerdings ist die Stadt Genthin an Standpunkten der Bevölkerung interessiert, Bürgermeister Günther ruft auf der Facebookseite „Volkspark Genthin“ zum Mitmachen auf.

Welche Meinung haben Sie zur Volkspark-Gestaltung, was braucht die historische Grünanlage, um für die Bevölkerung attraktiv zu werden? Kann man den Park mit einer Bebauung etwa einem Stadtkulturhaus aufwerten oder wäre dies ein Eingriff in die bestehende Natur?

Wir sind an Ihrer Meinung interessiert, die Sie uns per E-Mail Redaktion.Genthin@Volksstimme.de am Telefon unter (03933) 87 34 63, 87 34 22 oder per Post an Volkstimme Genthin, Brandenburger Straße 55 - 57, 39307 Genthin, zukommen lassen können.