Alte Burg im Fiener beim Heimatfotorätsel gesucht / Abt Reinbodo ließ 1197 das "Castrum Mundzoige" erbauen

Leser erkennen "ein schönes Stück Heimat" wieder

Von Manuela Langner

Von der Alten Burg sei zwar nicht mehr viel zu erkennen, berichteten die Teilnehmer am Heimatfotorätsel, aber fast alle erzählten, dass sie dort, ob früher als Kinder oder erst kürzlich, schöne Stunden verlebt haben.

Parchen l Er kenne jeden Weg, der zur Alten Burg führe, meldete sich Manfred Bäker aus Genthin im Heimatfoto- rätsel-Telefon. Schon als Jugendlicher habe er die Umgebung an Wandertagen entdeckt.

"Als Kinder haben wir dort oft gespielt", ergänzte Brigitte Doßmann aus Parchen. Die kleine Hügelgruppe (Sanddünen) der Alten Burg eigneten sich hervorragend zum Eiertrudeln oder zum Schlitten fahren.

Das Gelände, gut 2,5 Kilometer von Parchen entfernt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ortschronist Günther Schulenburg hat aus verschiedenen Quellen "Die Geschichte der Alten Burg im Fiener" als Broschüre zusammengetragen. Demnach ließ Abt Reinbodo vom Kloster Berge zu Magdeburg 1197 an der Grenze zu Parchen das "Castrum Mundzoige" erbauen. Schon zuvor gab es auf der Hügelgruppe eine slawische Burg oder Siedlung.

"Die Alte Burg wurde zunächst als Wehranlage, später als Jagdschloss genutzt. Auf dem Haupthügel, bewachsen mit Eichen, Haselnuss und Sträuchern, sind noch Reste eines Brunnens und noch geringe Mauerreste zu sehen", berichtet Günther Schulenburg. Blaugraue, deutsche Scherben aus dem 13. Jahrhundert und Scherben aus der mittelslawischen Zeit, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, befänden sich im Kreismuseum in Genthin.

Inzwischen ist die Alte Burg ein geschütztes Bodendenkmal. Seit mehr als 20 Jahren erinnert der auf einer vorgelagerten Düne aufgestellte Findling an "1197 - Alte Burg".

Wie bei vielen anderen Burgen, ranken sich auch um die Parchener Geschichten und Sagen. So sollen von der Alten Burg aus friedliche Kaufleute überfallen worden sein. Über die Zerstörung der Burg heißt es, dass sie von den Bombenbergen aus beschossen und in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Steinreste sollen später zum Bau des Gutes verwendet worden sein.

Die Alte Burg sei einfach "ein schönes Stück Heimat", sagte Jürgen Waschnewski aus Genthin. Allzu viel sei zwar von der ursprünglichen Befestigungsanlage nicht mehr zu sehen, aber er erinnere sich an "schöne Stunden", ob nun anlässlich des gemütlichen Beisammenseins am Osterfeuer oder beim Einlegen einer Pause auf einer Radtour.

Unter den zahlreichen Teilnehmern am Heimatfotorätsel, die alle die richtige Antwort wussten, ist Manfred Bäker aus Genthin als Gewinner des Volksstimme-Regenschirms ausgelost worden. Er kann seinen Preis ab sofort wochentäglich zwischen 9 und 17 Uhr aus der Volksstimme-Redaktion, Brandenburger Straße 55-57 (Eingang Kleine Schulstraße) abholen.