Tucheim l „Wie heißt ihr?“ fragt Trainer Florian Braun und aus den Kehlen der E-Jugend kommt es im Dutzend zurück: „Fläminger Füxxe“. Was für viele Erwachsene noch ungewohnt ist, haben die Kinder schon längst als selbstverständlich übernommen. Sie laufen seit diesem Jahr bei Fußballspielen unter ihrem neuen „tierischen“ Namen auf und nicht mehr als SV Traktor Tucheim.

Zwar ruht wie überall im Moment sämtlicher Spiel- und Trainingsbetrieb, aber die Neuformierung der Jugendmannschaften wird im Hintergrund dennoch weiter vorangetrieben. Der Grund für diese umfangreichen Änderungen sei ganz einfach, sagt Trainer Braun: „Wir möchten den Kindern eine Identifikationsmöglichkeit mit dem Verein bieten, egal, wo sie herkommen.“

Große Pläne

Denn mit der neuen Ausrichtung gibt es eine länder-übergreifende Mannschaft zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. „Unsere Spieler kommen jetzt aus Tucheim, Ziesar und Wollin.“ Anders sei es heute gar nicht möglich, Jugendmannschaften auf die Beine zu stellen. „In Tucheim haben wir im Moment in einigen Altersgruppen regen Zulauf, weil es viele Kinder gibt, in anderen Bereichen sieht es hingegen nicht ganz so gut aus.“ Um dauerhaft spielfähig zu sein und um auch in Zukunft bei den Älteren ganze Mannschaften zusammenzubekommen, solle der länderübergreifende Teamgeist schon frühzeitig gefördert werden, so dass die Tucheimer dauerhaft Mannschaften in verschiedenen Altersklassen stellen können. „Wir planen damit, dass wir etwa ab 2025 in allen Altersklassen von der G bis zur A-Jugend Fußballmannschaften stellen können“, erläutert Florian Braun das ambitionierte Ziel für die nächsten Jahre. Sollte es gelingen, würde es bedeuten, dass die Tucheimer Mannschaften mit Spielern von unter sechs Jahren bis etwa 17/18-Jahren am Start haben. Eine gute Grundlage also, um auch in einigen Jahren eine Herrenmannschaft zusammenzubekommen. Erfolgreich war man bei den Jüngsten bereits mehrfach. Immer wieder konnte die G-Jugend mehrfach vordere Plätze bei Hallenturnieren einfahren. So gab es in den vergangenen beiden Jahren unter anderem zwei dritte Plätze.

Bilder

Der Jugendtrainerstab Tucheimer-Trainerteam um Florian Braun, Christoph Specht und Malte Haar hat sich einiges einfallen lassen, um schlagkräftige Mannschaften zu formen. Ganz stolz präsentierten die Kicker ihre leuchtend roten Oberteile. Die neuen Trikots in Signalrot seien das eine, der Name das andere. „Ursprünglich hatten wir uns Füchse genannt, aber die Kinder haben eindeutig dafür votiert den Namen mit einem doppelten ‚xx‘ zu schreiben.“ Das sei modern und peppiger. Außerdem ließ der Verein ein markantes Logo entwerfen, in dem die beiden ‚F‘ gemeinsam mit einem Dreieck einen stilisierten Fuchs bilden. Auch die F- und E-Jugend soll perspektivisch unter dem neuen Namen eingebunden werden, hier gibt es noch eine Übergangszeit aufgrund eines Sponsorings. Als problematisch stellte sich zunächst die länderübergreifende Zusammenarbeit heraus.

Erfolgreiche Arbeit über Landesgrenzen

„Das ist in den Fußballverbänden so eigentlich nicht vorgesehen und wir mussten uns etwas behelfen.“ Da sich Mannschaften nur in einer Liga anmelden lassen und diese Anmeldung in Brandenburg nicht machbar war, laufen die Füxxe nun im Land Sachsen-Anhalt auf. Die Nachwuchsarbeit hat in Tucheim eine lange Tradition. In jedem Jahr gibt es das sogenannte Sommercamp. Mit dieser Aktion macht der SV Tucheim seine junge Generation fit für das Spielgeschehen. In diesem Jahr gab es 30 Teilnehmer im Alter von sechs bis 14 Jahren. Zusammen Sport trieben auch dabei Kinder aus Tucheim, Schopsdorf, Tangerhütte oder Breitenhagen und aus dem benachbarten Brandenburg. Dabei zeigte sich ebenfalls eine erfolgreiche Arbeit über Orts- und Landesgrenzen hinweg.

In diesem Jahr waren die Tucheimer Trainer so weit, diese Aktion ganz und gar in die eigenen Hände zu nehmen, nachdem sie in der Vergangenheit durch externe Fachleute unterstützt wurden. „Dass wir so stark in der Nachwuchsarbeit tätig sein können, hat auch damit zu tun, dass wir uns auf zahlreiche Sponsoren auf der Region stützen können“, sagt Florian Braun. Ohne diese Unterstützer wäre es etwas schwierig, ein solches Camp zu veranstalten oder ganze Mannschaftssätze an Trikots finanziert zu bekommen. „Viele fragen, ob es sinnvoll ist, schon die Jüngsten mit Werbung auf der Brust auflaufen zu lassen, ohne Sponsoring könnten wir den Spielbetrieb kaum dauerhaft aufrecht erhalten“ meint Braun, der damit auch für viele andere Vereine im ländlichen Raum spricht. Auch aufgrund der Unterstützer kann bereits jetzt für den Sommer 2021 geplant werden. Denn der Termin für das kommende Sommercamp steht bereits fest, dieses soll vom 9. bis 13. August stattfinden. „Natürlich immer vorausgesetzt, dass die Bedingungen eine solche Veranstaltung zulassen“, sagt Florian Braun. Mehr über den Verein gibt es unter www.facebook.com/flamingfoxes