Natur

Paplitzer sind gegen neue Schranken an nichtöffentlichen Waldwegen

Keine Zustimmung im Fienerort zu Planungen des Landesforstbetriebes bestimmte Bereiche für Fahrzeuge abzusperren.

Dieser Waldweg in der Gemarkung Paplitz sollte mit einer Schranke versehen werden.
Dieser Waldweg in der Gemarkung Paplitz sollte mit einer Schranke versehen werden. Foto: Simone Pötschke

Paplitz - Mike Fleske

Keine Zustimmung des Paplitzer Ortschaftsrates zu den geplanten Schranken an nichtöffentlichen Waldwegen im Revier Fiener. Die Ortsräte stimmten einstimmig gegen die Vorlage, die auf Antrag des Landesforstbetriebes vorgelegt wurde.

Zwar bestätigten die Räte das Recht des Forstbetriebes, eine unbefugte Nutzung unterbinden zu dürfen, allerdings kritisierten sie die geplanten Standorte der Beschrankung. Diese führe dazu, dass möglicherweise dennoch in den Wald gefahren werde, allerdings über die landwirtschaftlichen Flächen.

Landeswaldgesetz sollte durchgesetzt werden

Zudem könnten Waldbesitzer und Jäger Probleme bekommen, ihre Flächen zu erreichen, da das Revier sehr zersplittert sei. Hintergrund der Vorlage sei gewesen, dass bestehendes Recht des Landeswaldgesetzes tatsächlich durchgesetzt werden sollte, hatte Andreas Kriebel, Leiter des Forstbetriebes Altmark in einem Gespräch mit der Volksstimme erklärt.

Der Forstbetrieb Sachsen-Anhalt im Revier Fiener wollte vor nichtöffentlichen Wegen neue, dreh- und verschließbare Schranken an Waldwegen errichten, um den Privatverkehr mit Autos und Motorrädern auf den nichtöffentlichen Waldwegen zu reduzieren oder zu unterbinden. 

Allerdings ohne die Öffentlichkeit komplett auszusperren. Fußgänger und Radfahrer dürften ohnehin weiter diese Wegen nutzen, Erholung finden oder Pilze suchen, hatte Andreas Kriebel erläutert. Es gäbe zudem auch ein Kreis der Berechtigten, zu denen zum Beispiel Jäger gehören, der die Wege weiter auch motorisiert nutzen dürfe. Aber Privatpersonen stehe einfach nicht das Recht zu, mit ihrem Auto auch noch bis in die letzte Ecke des Waldes fahren zu können.

Verringerung der Waldbrandgefahr und des Holzdiebstahls

Zudem würde durch die Einschränkung des Befahrens auch die Waldbrandgefahr im Sommer eingedämmt werden. Von Fahrzeugen, die etwa über ausgetrockneten Grasboden abgestellt werden, gehe eine erhebliche Brandgefahr aus, hatte Kriebel erklärt. Verhindert werden sollten unter anderem auch, dass Wege, die mühselig wieder hergerichtet werden müssen, zerfahren werden und dass hinterlassener Müll beräumt werden muss. Außerdem sollen so umfangreiche Holzdiebstähle verhindert werden.

Die Paplitzer Ortsräte hielten die Argumente für durchaus nachvollziehbar, sahen aber nicht, dass Privatleute die Grundursache für Holzdiebstähle oder zerfahrene Wege seien. Hier würde mit größeren Fahrzeugen unberechtigt in den Wald gefahren. Ob man dies mit Schranken verhindern könne, sei fraglich, so die Räte. Im Zweifel würde diese einfach kaputt gemacht.

Die Entscheidung der Paplitzer Ortsräte folgte auch in Teilen der Argumentation des Ortsgremiums in Tucheim. Dieses hatte sich in der vergangenen Woche gegen die Schranken ausgesprochen.