Mützel l Kind, Mama oder Papa und ein Pferd: Das ist die Führzügelklasse. Die Vorführung der kleinen Reitsportler war für die Gäste auf der Anlage „Unter den Eichen“ in Mützel ein Höhepunkt am Sonntagnachmittag.

900 Starts

Rund 900 Starts ließen auf der Anlage „Unter den Eichen“ den Platz so manches Mal beben. Unerwartet viele Nennungen für den kleinen Verein. Besonders der Pokalwettkampf, eine Kombination aus Dressur und Springen, hatte viele Teilnehmer nach Mützel gelockt. Die Mannschaft des Jerichower Landes, zu der auch Anna-Lena Titze vom gastgebenden Verein gehörte, belegte einen hervorragenden zweiten Platz.

Peter Letzner aus Burg nahm mit Tochter Marie das zweite Mal teil: „Die Mützeler organisieren die Veranstaltung professionell – wir kommen immer wieder gern hierher.“ Marie, die für den Reitverein Eichenhof Schermen-Pietzpuhl reitet, war erfolgreich unterwegs, absolvierte zum Beispiel den Großen Preis von Mützel, ein M-Springen mit Siegerrunde, fehlerfrei.

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Gute Bedingungen

Hitze und Staub sollten die Bedingungen nicht verschlechtern, die Veranstalter sorgten für ständige Bewässerung. „Die Organisatoren haben den Platz sehr gut gestaltet, er ist eben und griffig“, sagte Jürgen Euen aus Fohrde, der mit Goldika und Gorbatschow im Hindernisfahren den dritten Platz belegte. „Die Pferde brauchen einen vernünftigen Tritt, hier in Mützel ist er gegeben“.

Während des Springreitens sammelten sich nach und nach die vierzehn Teilnehmer der Führzügelklasse. Kinder wie Begleiter kostümierten sich ganz individuell. Kleine Teufel, Polizisten, Sonnenkäfer und Tiger standen bereit, um bei der Prüfung für die Jüngsten zu bestehen.

Letzte Tipps von Eltern

Kurz vor dem Aufruf zur Inaugenscheinnahme der bunten Trios gaben Eltern und Geschwister letzte Hinweise an die kleinen Teufel, Sonnenkäfer und Polizisten. „Gerade sitzen und den Blick immer schön oben halten.“

Die sportliche Wertung für den besten Sitz gewann Emma Schäfer vor Helene Kappuhn und Lena Lippelt. Für den gastgebenden Verein „Preußen 1754“ Mützel belegte Tamina Biedermann auf Elly, geführt von Vereinsvorsitzender Kathrin Schuldt, den vierten Platz vor Ole Wöhling vom Reit- und Fahrverein Mützel/Genthin.

Sonderpreise für Kostüme

Zwei Sonderpreise für die besten Kostüme vergab die Jury an Anja und Lisa Fricke, die als Sträfling und Polizistin überzeugten, sowie an Kristin und Johannes Schulze, die sich und Pony Nena als Tiger verkleidet hatten.

Beim Führzügel-Wettbewerb wird von den kleinen Reitsportlern schon einiges verlangt: Der Reiter muss sein Pferd oder Pony weitestgehend selbstständig lenken und es unter Kontrolle haben. Nur zur Sicherheit hält die Begleitperson den Vierbeiner am Führstrick und geht - ganz wichtig für die Bewertung - links nebenher. Nach Möglichkeit sollte der Führer nicht einwirken. Für das Nachziehen des Reitergespanns oder für das Treiben lassen gibt es Abzüge. Zweck dieser Vorführung ist es zu überprüfen, ob die Kleinen in der Lage sind das Pony nach ihrem Willen zu reiten.

Mit Zweispännern um Kegel

In vollem Galopp fuhren Zweispänner um Kegel. Erde spritzte, Hufe donnerten, Achsen quietschten. So mancher Gast staunte mit offenem Mund. Angelika Rawolle und Peter Herbig fuhren mit einem altdeutschen Kaltblut in die Arena. Diana und Dietmar Schwarzlose aus Sydow zeigten mit ihren Haflinger-Mix, was das Fahren Pferd und Kutscher abverlangt: „Viel Training ist unabdingbar“, erklärte Schwarzlose, der mit Filly und Livius das Hindernisfahren für sich entscheiden konnte.

Erfolgreichste Reiter des gastgebenden Vereins waren Anna-Lena Titze, die in A-Springen einen zweiten, vierten und sechsten Platz belegte, und Annemieke Schuldt, die im L-Springen Dritte und Achte wurde. Gemeinsam mit Kathrin Schuldt holten die Mützeler den fünften Platz im Mannschaftsspringen.

Vorjahressieger gewinnt erneut

Den großen Preis gewann wie schon im Vorjahr Daniel Oelze. Dementsprechend zufrieden verließ er am späten Sonntagnachmittag den Mützeler Reitplatz.

Für die Vereinsmitglieder ging es mit Aufräumen und Abbauen weiter. „Wir sind alle ziemlich platt, aber glücklich“, fasste Vorsitzende Kathrin Schuldt nach drei Tagen im Dauereinsatz zusammen.

Nataly Rudolph sagte in ihrer kleinen Ansprache vor dem Nachmittagsprogramm: „Ein großes Dankeschön an das Team im Versorgungswagen, an unsere Parcoursmannschaft, an die Helfer am Dressurviereck und an alle, die ich jetzt nicht aufzählen kann. Ohne euch wäre unser Turnier nicht, was es ist.“