Altenplathow l Derzeit liegen die Wiesen im Altenplathower Volkspark unter viel Laub verborgen. Dazwischen finden sich aber einige Dinge, die in der Natur nichts verloren haben. Diese aufzustöbern und zu entsorgen haben sich die Teilnehmer einer Reinigungsaktion bestehend aus Erwachsenen und Kindern verschrieben, die jüngst durch den Park wanderte.

Eine Wurst-Umverpackung: Schnapp – mit der Greifzange wurde sie gegriffen und in den großen Plastiksack befördert. Eine alte Getränkedose – schnapp – im Plastiksack. Sogar ein altes Bettlaken konnte entsorgt werden. Das war aber eine Aufgabe für gleich drei junge Helferinnen. „Igitt, das ist ganz nass, gut, dass wir das nicht anfassen müssen“, meinten sie übereinstimmend. Die sehr nützlichen Greifarme waren eine Spende des Instituts für Anaplastologie Velten & Hering, das die Arbeit der Altenplathower Nachbarschaftsinitive unterstützen wollte. Hinter der Aktion stecken Anne Schulenburg und Elke Erbs.

Kronkorken und Zigaretten

„Wenn wir mit den Kindern im Park unterwegs waren, sind wir immer auf Müll gestoßen und wollten den nicht liegenlassen, sondern diesen irgendwie entsorgen“, erklärt Anne Schulenburg den Hintergrund. So hätten sich Altenplathower Nachbarn zur Aktion „Bleib sauber Genthin“ zusammengeschlossen und im Frühjahr zu einer ersten Reinigungsaktion aufgerufen. Dabei wurde nicht nur im Park, sondern auch an verschiedenen Stellen in der Stadt Müll gesammelt. Etwa in Genthin-Wald oder entlang der Wege des Elbe-Havel-Kanals. Ergebnis: Mehr als 1000 eingesammelte Zigarettenstummel, zahlreiche Kronkorken, unzählige benutzte Taschentücher, leere und halbleere Flaschen, viele Verpackungen und sogar ein Schuh. Alles einst irgendwo auf Wegen oder in der Natur entsorgt und durch die Initiative ordnungsgemäß in Mülleimern und Mülltüten gesammelt.

Mit der jüngsten Aktion wurde erneut in Genthin aufgeräumt. Wieder gab es an einigen Stellen in der Stadt fleißige Helfer. „Wir hatten unter anderem Unterstützer im Schwarzen Weg“, berichtet Elke Erbs. Auch dort sind einige große Mülltüten zusammengekommen. Diese wurden gesammelt und von der Abfallentsorgungsgesellschaft Jerichower Land abgeholt.

Insgesamt zogen die Initiatorinnen ein positives Fazit. „Wir waren in der Herbstsonne unterwegs und haben den Spaziergang mit etwas sinnvollem verbracht, das der Allgemeinheit zugute kommt“, sagt Anne Schulenburg. Insgesamt zogen die Macherinnen der Sammelaktion ein positives Fazit. „Wir hatten den Eindruck, dass es diesmal im Volkspark wesentlich sauberer war, als beim vergangenen Mal.“ Insbesondere am Mausoleum sei nicht mehr so viel Unrat zu finden gewesen. Als einen Grund machten die Frauen die Tatsache fest, dass die Stadt mehr Papierkörbe aufgestellt habe. „Durch die neuen Müllleimer hat sich dank der Stadt die Müllsituation im Park schon sehr verbessert.“

Situation im Park verbessert

Vielleicht gibt es aber auch ein kleines Umdenken bei vielen Nutzern. So berichten die Initiatorinnen, dass sie Jugendliche darauf angesprochen hätten, nach Treffen im Park ihren Unrat vernünftig zu entsorgen und dies dann auch geschehen sei. „Wir wollen niemanden mit erhobenem Zeigefinger belehren, aber wenn alle ein bisschen mithelfen, nicht nur den Park, sondern auch die Stadt sauberer zu halten, liegt gar nicht mehr so viel Müll auf öffentlichen Flächen“, findet Elke Erbs.

Dafür wollen die Initiatorinnen künftig auch mit Bildungsenrichtungen zusammenarbeiten. „Wir können uns vorstellen, gemeinsam mit Kitas, Schulen und Horten gemeinsame Projekttage gegen Müll zu veranstalten, um Verständnis bei den Kindern zu wecken“, sagt Anne Schulenburg. Auch sei es möglich, bei anderen Aktionstagen mitzuwirken. Denn dem Kampf gegen den Müll auf Wegen, Plätzen und Grünanlage haben sich auch andere Gruppen verschrieben, die in diesem Jahr immer wieder unterwegs waren und Unrat entsorgt haben.