Genthin l Wie geht es mit der Sanierung des Wasserturms weiter? Eigentlich sollten die Bauarbeiten laufen. Dafür hatten Bund und Land 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nach der Ausschreibung der Leistungen wurde deutlich, dass sich die Kosten auf 2,1 Millionen Euro erhöhen würden und die Maßnahme im Jahr 2019 nicht mehr umgesetzt werden kann.

Mittel sollen abgerufen werden

Der Stadtrat votierte im April dafür die bereits bewilligten Mittel abzurufen und einen „Folgeantrag zur Förderung des Mehrbedarfs“ zu stellen. In der Stadt fragen viele, was daraus geworden ist. Aus der Pressestelle des zuständigen Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr hieß es in der vergangenen Woche: „Einen weiteren Antrag auf Erhöhung der Mittel für den Wasserturm hat die Stadt Genthin bisher nicht gestellt.“

Dem widerspricht Fachbereichsleiterin Dagmar Turian: „Nach Informationen aus der CDU-Fraktion sollte umgehend ein Ergänzungsantrag gestellt werden, was am 20. Juni zeitnah erfolgt ist.“ Nach Rücksprache mit dem Landesverwaltungsamt sei parallel dazu auch zusätzlich ein Neuantrag zur Folgekostensicherung gestellt worden.

Sachstand bleibt unverändert

Hier war die Stadt zunächst nicht erfolgreich. Turian verweist auf ein Schreiben des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr, das Anfang Juli eingegangen ist. „Mit dem Schreiben tritt nunmehr wieder der Sachstand ein, der bereits mit der Beschlusslage im Stadtrat vorgestellt und bestätigt wurde.“ Das heißt, dass die Fördermittel abgerufen und ein weiterer Antrag gestellt werden.

Der Ministeriumssprecher hatte in der Antwort gegenüber der Volksstimme seinerseits empfohlen, dass Förderanträge für das nächste Programmjahr 2020 bis zum 30. November beim Landesverwaltungsamt eingereicht werden.

Weitere Vorarbeiten notwendig

Dazu meint Dagmar Turian, dass beide Anträge zwischenzeitlich bereits gestellt wurden und eine Aktualisierung der Unterlagen zum 30. November erfolge, um eine Bewilligung im Jahr 2020 zu sichern. Allerdings steht davor noch einige Arbeit: „In diesem Zusammenhang wurde mitgeteilt, dass auf Grund der Höhe der neuen Antragstellung eine baufachliche Prüfung des Vorhabens durch den Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement erforderlich ist.“

Für die Stadt bedeutet das , dass die entsprechenden Unterlagen durch die Verwaltung zeitnah erarbeitet werden müssen, damit die Prüfung erfolgen kann. Grundsätzlich sieht Turian den Fahrplan eingehalten, den der Stadtrat bei seiner Sitzung im April vorgegeben hat. Dazu gehört, dass nach einer möglichen Bewilligung der Fördermittel eine erneute Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen muss. Der Baubeginn sei nach wie vor nicht vor 2021 geplant.

Beton soll saniert werden

Das technische Denkmal soll in seiner 83-jährigen Geschichte erstmals grundlegend saniert werden. Der Beton, der auf die Stahlkonstruktion vor über acht Jahrzehnten aufgebracht wurde, soll abgestrahlt werden, sodass zunächst alle losen Teile entfernt werden. Anschließend soll neuer Beton aufgebracht werden.

Die Verzögerungen der Baumaßnahmen haben für die Bevölkerung einen kleinen positiven Effekt. Nach wie vor steht der Turm für Aufstiege zur Verfügung. In der ersten Etage kann eine Ausstellung mit Frühlings- und Sommerbildern angesehen werden.