Genthin l Nach der sechsten Stunde stehen normalerweise alle Zeichen auf Feierabend, nicht so am vergangenen Freitag: Da geht es direkt vom Klassenraum auf den Sportplatz. Doch missmutige Gesichter sucht man vergebens. „Die Sonne scheint und wir laufen schließlich für den guten Zweck“, sagt Sechstklässler Niclas Schneider, während er seine Trinkflasche befüllt.

Das Prinzip des Sponsorenlaufs ist einfach. Lehrerin Janine Merten erklärt: „Jeder Schüler sucht sich einen Sponsor, der einen Betrag pro Runde festlegt. Für jede gelaufene Runde wird dann dieser Betrag fällig.“

Viele Besucher

„Eine sehr schöne Idee“, sagt Nicole Hanschmann, die ihrem Sohn Fynn Luca beim Erwärmen zusieht. Wie die Genthinerin sind etliche Eltern, Omas und Opas auf den Sportplatz an der Grundschule Stadtmitte gekommen, um ihre Schützlinge anzufeuern. Das gesammelte Geld geht zur Hälfte an das Magdeburger Kinderhospiz, die andere Hälfte bleibt im Bismarck-Gymnasium und soll hier im Sinne von „gesunder Schule“ in die Pausengestaltung investiert werden. Im Gespräch ist zum Beispiel eine zweite Tischtennisplatte.

Bilder

Die meisten Kinder haben sich gleich mehrere Sponsoren gesucht. Fynn Luca Hanschmann zum Beispiel hat die komplette Familie motiviert. Mama, Papa, Oma, Opa... Jeder gibt ein bisschen, so kommt ein stolzer Rundenpreis von 12,50 Euro zusammen. Dass der Sechstklässler einige Runden drehen wird, ist abzusehen. Er läuft auch in seiner Freizeit gern und viel, am liebsten längere Distanzen.

Um möglichst viele Runden zu schaffen, haben die Kinder 45 Minuten Zeit. „Natürlich dürfen sie auch vorher aufhören, Pausen machen oder zwischendurch gehen“, sagt Lehrerin Janine Merten.

Für Fynn Luca sind das freilich keine Optionen. Der Zwölfjährige zieht Runde um Runde. Am Ende sind es 28. So gehen 350 Euro allein auf das Konto von Fynn Luca.

Spitzenleistung

Im Rundenranking teilt sich Fynn Luca den Spitzenplatz mit Daniel Heidel, der ebenfalls 28 Runden schafft. Der Zwölfjährige wird ebenfalls von seinen Eltern gesponsert.

Bemerkenswert ist, wie viele Kinder mehr als 20 Runden schaffen (siehe Infokasten). Jeder gibt sein Bestes, so dass am Ende des Tages die stattliche Summe von 4781 Euro feststeht. „Wir sind sprachlos“, sagt Janine Merten angesichts dieser imposanten Zahl. Und: „Ein riesiges Dankeschön an alle Sponsoren, viele davon sind Eltern.“

Projekt

Entstanden ist die Idee vom Sponsorenlauf aus dem Nichtraucherprojekt der sechsten Klassen „Be smart - don‘t start“. Im Rahmen dieser Aktion werden kreative Beiträge zum Thema Nichtraucher prämiert. Der Sponsorenlauf soll als Projekt ebenso eingereicht werden wie eine Fotostory vom Lauf und ein Flyer. Knapp 150 Schüler hatten sich für den Lauf angemeldet. Während das für die Fünft- und Sechstklässler ein Pflichtprogramm war, haben sich viele Siebt- und Achtklässler freiwillig bereit erklärt, für den guten Zweck zu laufen.

Kein Wunder, dass vor dem Start ein ordentliches Gewusel herrscht. Doch das Organisationsteam, das aus den Lehrern Janine Merten, Susann Buch, Nancy Richter und Lydia Hanke besteht, behält den Überblick. Nach dem Startschuss sind alle, die nicht laufen, mit deum Zählen der Runden beschäftigt. Die Lehrer Rosemarie Krusch, Peter Hartwich, Bettina Hohmann und Thomas Weichert sowie etliche Schüler helfen mit und so wird aus jeder Runde ein Strich auf der Liste.

Gestärkt wird sich hinterher am Verpflegungsstand, den die Eltern der Fünftklässler ermöglicht haben. Die stärksten Renner Fynn Luca Hanschmann und Daniel Heidel sind da mit den Gedanken schon beim nächsten Lauf. Sie werden auch am Freitag beim ersten Genthiner Staffellauf im Volkspark fürs Bismarck-Gymnasium rennen.