Brettin l Die Emotionen kochten sichtlich hoch, als Brettins Ortschef Torsten Schmidt darüber informierte, „dass immer noch keine Bauplanung für unsere Hauptstraße vorliege.“ Die sei für 2019 vorgesehen, und das Jahr habe den Zenit überschritten, so Schmidt. „Dann wüssten wir endlich, wann wir mit dem Bau rechnen könnten.“ Eine immer wieder durch die Bürger angemahnte Mittellinie zur Orientierung werde es bis zum Ausbau nicht geben, da die Straße durch Bordsteine eingefasst sei, die den motorisierten Verkehrsteilnehmern als Orientierung dienten. Genau dieses sei das Problem, so eine Bürgerin: „Die 40-Tonner fahren einen Meter neben der Bordsteinkante und fahren auch bei Gegenverkehr nicht näher heran.“ 

Teilweise müssen die Brettiner mit ihren Pkw selbst auf den hohen Bordstein ausweichen und riskierten so Brüche in den Antrieben oder Achsen. „Da würde eine Mittellinie ganz klar helfen.“ Der Grund für das hohe Verkehrsaufkommen, gerade an Lastern, ist im Ausbau der Bundesstraße 1 vor zwei Jahren zu suchen. Die Bundesstraße verliefe durch Genthin, und den Verkehr wurde damals während der Bauarbeiten über die Kreisstraße (Stremmestraße, Heinrich-Heine-Straße) der Ortschaften Roßdorf und Brettin geleitet. Das sei bei zahlreichen Lkw-Fahrern „hängen geblieben, weil so der Ampelverkehr in Genthin umgangen werde“, so Ortschaftsrats-Mitglied Andy Schmidt. Die Leidtragenden seien die Brettiner.

Lkw fahren Straße kaputt

Jeden Tag aufs Neue rollten große Laster durch die Ortschaft. Seit längerem beklagen die Brettiner den Zustand der Heinrich-Heine-Straße, verursacht durch den Lasterverkehr. „Bordsteine wurden beschädigt, große Stücke sind zum Teil rausgebrochen, so dass man sich die Reifen aufschlitzen kann“, zählt der Ortsbürgermeister nur einige Mängel auf. Das sei unter anderem der Anlass, die Straße grundhaft auszubauen – wobei dann bei mehreren Misslichkeiten Abhilfe geschaffen würde: Erstens, die Straße solle dann breiter gebaut werden und das Entwässerungsproblem würde behoben. „Bei Starkregen ähnelt die Straße einem Parallel-Verlauf des Stremmekanals“, äußert sich ein Brettiner spitzzüngig.

Manche Anwohner nähmen das Problem mittlerweile selbst in die Hände, weil Wasser von der Straße auf Grundstücke und in Garagen fließe. Sie ersetzen privat die beschädigten Bordsteinkannten. Er werde, so Torsten Schmidt, nochmal beim Landkreis intervenieren, „auch um aussagekräftig gegenüber den Betroffenen zu sein.“

Kreuzung nicht einsehbar

Im Annenhofer Weg werde generell bis in den Kreuzungsbereich hinein geparkt, brachten Bürger zur Sprache, und es könne daher die Kreuzung schlecht eingesehen werden. Das, obwohl gemäß der Straßenverkehrsordnung ein Abstand von wenigstens fünf Metern an Kreuzungen und Einmündungen eingehalten werden muss.

Ortsbürgermeister Schmidt will sich des Problems annehmen und prüfen lassen, ob Parkverbotsschilder aufgestellt werden können. „Wir haben auch vor, den Annenhofer Weg als 30er Zone auszuweisen“, so Schmidt, „da die Straße keine Gehwege besitzt und dementsprechend langsam gefahren werden soll.“

Weg wird zur Buckelpiste

Bernhard Mewes beklagte den Zustand des Radweges zwischen Brettin und Genthin: „Wurzeln drücken den Asphalt hoch und machen den Weg zur Buckelpiste!“ Der Radweg sei auch Schulweg und der müsse sicher und ordentlich sein, so der Mandatsträger. Mit der Sanierung des Radweges wolle man auch über die Installation einer Straßenbeleuchtung nachdenken, „denn die gehöre da einfach hin.“