Jerichow l Und dieses Wandbild erfreut nicht nur die Jerichower, sondern auch viele Touristen. Es vergeht kaum eine Stunde, ohne dass Touristen vor dem großen Wandbild stehen, um es zu fotografieren.

In die Gestaltung des Wandbild waren die vielen Ideen und Gedanken der Bürgerinnen und Bürger eingeflossen. Außerdem hatte der Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow alte Bilder zur Verfügung gestellt. Auf der Grundlage dieser Vorlagen hatten Schüler der Sekundarschule in Brettin gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Antje Wagner ihre Vorstellungen zu Papier gebracht. Häufig wurde als Motiv die Postkutsche genannt. Die letzte ihrer Art fuhr 1899 nach Genthin. Aber auch Töpfermotive, entsprechend dem Namen des Marktes, wurden für das Wandbild ausgewählt.

Projekt von Verein, Schulen und Firma

Das Projekt ist eine gemeinsame Aktion von Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow, der Stadt Jerichow, der Sekundarschule Brettin, Avacon-Auszubildenden und der Künstlerfirma Art-EFX aus Potsdam, die im Filmstudio in Babelsberg sitzt.

Bilder

Im Zeichen des Chamäleons verwandelt die Potsdamer Firma Art-EFX mit Farbe und Ideenreichtum schon seit dem Jahr 2003 Objekte aller Art in publikumswirksame Hingucker. Sie erschaffen Räume und visualisieren Träume. Sie lassen verschwinden, sie heben hervor. „Wir lassen Altes neu aussehen – und wenn nötig auch Neues alt“, heißt es auf ihrer Webseite.

Potsdamer Firma betreut Projekt künstlerisch

Das dargebotene Handwerk ist authentisch. Die Kunst soll Emotionen wecken. Ihre Geschichten sollen die Fantasie anregen. Art-EFX verlässt die bekannten Pfade der Illustration, Fotografie und Werbegrafik, um unter anderem mit künstlerischer Fassadengestaltung neue Perspektiven der visuellen Kommunikation zu eröffnen. Die Mitarbeiter haben sich im Jerichower Land aber auch einen Namen mit der Neugestaltung der Avacon-Stromkästen gemacht.

Die Potsdamer Firma betreut die Projekt künstlerisch, technisch und kaufmännisch. Sie versuche, alle Wünsche im Blick zu behalten und betrachtet sie aus jedem Blickwinkel.

Um das Projekt finanziell stemmen zu können, waren Firmen, Vereine und Bürger aufgerufen worden, sich an der Finanzierung beteiligen

Gestaltungsidee im April 2014 geboren

Die Idee zur Gestaltung des Töpfermarktes geht bis in das Jahr 2014 zurück. Der Platz Ecke Marktstraße/Bahnhofstraße in Jerichow, der zu dieser Zeit noch „Platz der OdF“ (Opfer des Faschismus) hieß, sollte künftig in Anlehnung an seine Geschichte den Namen „Topfmarkt“ tragen. Dazu hatten sich die Mitglieder des Jerichower Ortschaftsrats vor sechs Jahren einstimmig bekannt. Grund für die Umbenennung war die damalige Neugestaltung des Platzes, der neuer Marktplatz von Jerichow werden sollte. Das Denkmal, das sich zuvor noch auf dem Platz befand, wurde im Vorfeld auf den Friedhof umgesetzt.

Bereits in den Jahren zuvor waren die Voraussetzungen für die Gestaltung dieses Platzes geschaffen worden. So wurden zwei kleine, alte Häuser abgerissen und danach eine alte Scheune, deren Sanierung nicht mehr finanzierbar gewesen wäre. Einige Nebengebäude für die spätere Nutzung durch Markthändler blieben stehen und wurden teilweise saniert. Für die letzte Phase der Platzgestaltung wurden die Anwohnerbeiträge der Stadtkernsanierung mit eingesetzt. Mit der Fertigstellung des Platzes sollte der Wochenmarkt vom Platz an der Stadtkirche dahin umziehen.

Bunter Markt ist Ziel

Ziel war ein möglichst bunter Markt, auch wenn der Platz dann „Topfmarkt“ hieße. Unter dem Namen „Pottmarkt Linke“ war er alten Jerichowern noch gut bekannt. Auch deshalb gab es diese Namenswahl.

Neues Zentrum im Oktober 2014 eingeweiht

Seit dem 4. Oktober 2014 hat Jerichow nun dieses Zentrum. Der umfangreich gestaltete Topfmarkt verbindet die vier umliegende Straßen miteinander. Damit hatte sich ein einstiger Schandfleck in ein einladendes Plätzchen verwandelt. Rasen und Bänke säumten den Platz. Zwischen den umliegenden Straßen gibt es einen Durchgang für Fußgänger. Es wurde die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Bürgerinnen und Bürger diesen Platz als Aufenthaltsort, Veranstaltungsort und Marktplatz auch annehmen.

Mit der Neugestaltung des Topfmarktes wurde das Projekt Stadtkernsanierung abgeschlossen. Rund 128 000 Euro waren in die Gestaltung und den Umbau des Topfmarktes geflossen. Über die Geschichte des Platzes informiert eine Schautafel, die vom ehemaligen Klosterleiter Rolf Naumann gestaltet worden war. Der Name „Topfmarkt“ lässt sich nach Aussage von Rolf Naumann bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen.