Genthin l Das Henkelmuseum erwacht allmählich aus seiner zwangsverordneten Starre. Nach der Schließung des ehemaligen Badehauses Ende 2018 durch die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) gibt es zaghafte Anzeichen für Tauwetter im unterkühlten Verhältnis zwischen der Stadt und dem Betreiber.

Früher als bisher avisiert

Denn Geschäftsführer Lars Bonitz sagte am 19. März in einem Gespräch mit der Volksstimme, dass die QSG als derzeitiger Betreiber bereit sei, früher als bisher avisiert die museale Nutzung des Badehauses in die Hände der Stadt zu übergeben. Die Firma Inprotec als Eigentümer des Areals hat der QSG diese Nutzungsrechte bis Ende 2021 übertragen. Gleichzeitig signalisierte der Geschäftsführer die Bereitschaft der QSG, die Exponate des Museums der Stadt Genthin zu überlassen. Darüber hat er Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) informiert.

Lars Bonitz reagiert damit auf zwei offizielle Anfragen, die Genthins Stadtchef Anfang März schriftlich an ihn gerichtet hatte.

Heftig geführte Debatte

Zuvor hatte der Genthiner Stadtrat nach einigem Hin und Her einer ersten Rate in Höhe von 25.000 Euro als Bezuschussung für die Bewirtschaftung des Stadtkulturhauses zugestimmt. Jährliche Bezuschussungen, deren Betrag von Jahr zu Jahr abgesenkt wird, leistet die Stadt seit mehr als zehn Jahren. Der Stadtrat hatte die Zahlung für das laufende Jahr allerdings an die Bedingung geknüpft, dass das Henkelmuseum, das seit seiner Schließung unbeheizt ist, wieder beheizt wird. Das Abstellen der Heizung war wiederum eine umstrittene Reaktion des QSG-Geschäftsführers auf die heftig geführte Debatte des Stadtrates zur Zahlung der Bezuschussung, die sich immer wieder an der rechnerischen Nachvollziehbarkeit entzündete.

Zwei Wochen Sendepause

Zwischen dem postalischen Eintreffen der Bürgermeister-Anfrage bei der QSG und der Reaktion des Geschäftsführers vergingen gut zwei Wochen ungenutzt, obwohl nach der Schließung des Museums in der Öffentlichkeit die Protestwellen hochschlugen.

„Ich habe bei der jüngsten Stadtratssitzung in der vergangenen Woche eigentlich in der Sache Reaktionen und Rückfragen von den Stadträten erwartet. Die blieben aber zu meinem Erstaunen aus“, sagte Lars Bonitz.

Wohlwollende Diskussionen

Eine mögliche Übernahme des Museums und seiner Exponate durch die Stadt war in den Fachausschüssen des Stadtrates durchaus wohlwollend diskutiert worden. Insofern griffen die Anfragen des Bürgermeisters diese Option auf. Einen verbindlichen Beschluss hat der Stadtrat diesbezüglich allerdings noch nicht herbeigeführt, so dass eine mögliche Übernahme des Museums durch die Kommune zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer noch sehr vage bleibt.

Da durch den Verkauf des Geländes und damit des ehemaligen Badehauses an die Inprotec ein Umzug ohnehin unumgänglich sein wird, stünde die Stadt als zukünftiger Betreiber vor der Frage, wo das Henkelmuseum sein Domizil finden könnte.

Aus dem Rathaus kam auf eine kurzfristige Volkstimme-Anfrage zu dem überraschenden QSG-Angebot am Dienstag keine Reaktion.

Gespräche wurden geführt

Unabhängig davon informierte Bürgermeister Matthias Günther darüber, mit dem Eigentümer des Genthiner Bahnhofes in der vergangenen Woche über die Einrichtung des Henkelmuseums im Gebäude ein Gespräch geführt zu haben.