Genthin/Brandenburg l Man hätte den Genthiner Kindern ein wenig mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Aber die Schulen aus Brandenburg, Golzow und Werder hatten dem Publikum in drei Aufführungen schon einiges an Konzentration abverlangt, unter anderem mit einer Shakespeare-Adaption von „Romeo und Julia“.

Als die Genthiner auf die Bühne kamen, waren an diesem heißen Sommertag schon einige Zuschauer wieder auf dem Heimweg. Verlass war auf die Schlachtenbummler aus der Heimat, die zu Beginn einen Höllenlärm zur Begrüßung veranstalteten. Souverän meisterten die Grundschüler unter der Spielleitung von Lehrerin Angela Engel das Stück um Umweltverschmutzung und Naturschutz, das, neu ausgearbeitet, eine Vorlage der Theaterautorin Pia Wey zur Grundlage hatte.

Gesang und Tanz

Die Kinder trotzten den leeren Zuschauerrängen mit Spielwitz und pfiffigen Szenen. Da wurde gesungen, getanzt und mal eben der selbstgebastelte Wald mit Unrat von Reifen bis Papiertüten verschmutzt. Denn in der Aufführung ging es um eine Familie, die extra in den Wald fährt, um dort ihren Unrat zu entsorgen. Die Folgen bekam die Familie von den Wesen der Natur eindrucksvoll vorgeführt.

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Damit machten die Kinder auf ein ganz reales Problem aufmerksam: die zunehmende Verunreinigung unserer Natur, die wir dringend rückgängig machen müssen. Ein Thema, das die Grundschüler bereits ganz massiv beschäftigt, wie sie nach der Vorführung im Gespräch mit Zuschauern und Moderatorin Marie Zwinzscher erläuterten.

Seit Februar geprobt

„Wir konnten uns vor einiger Zeit aussuchen, ob wir ein Stück über das Mittelalter oder über Plastikmüll machen wollen. Wir haben uns für den Müll entschieden, um zu zeigen, dass wir etwas für unsere Umwelt tun müssen“, meinte eine Darstellerin. Eifrig seien die Schüler der 1. bis 4. Klasse ans Werk gegangen und hätten sich in die Probenarbeit gestürzt. Den vielen Text zu lernen, das sei nicht immer einfach gewesen, zumal die Schule weiterlief.

„Wir haben seit Februar manchmal dreimal die Woche geübt“, erläuterte Spielleiterin Angela Engel. „Während die anderen Kinder draußen toben konnten, waren wir auf unserer Bühne in der Schulaula“, beschrieb sie. Das Stück habe sie zu 60 Prozent umgeschrieben und auf Genthin angepasst. Auch die Tänze und Lieder hätte sie zugesteuert.

Auto zum "überwerfen"

Auf die Ideen komme sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten: „Manchmal vor dem Einschlafen, manchmal auch beim Kartoffeln schälen“, verriet Engel. Viel Lob gab es für die künstlerischen Einsprengsel, etwa einen steppenden Fisch, der auf die Gewässerverschmutzung aufmerksm machte, auch das Auto, das die Darsteller sozusagen „überwerfen“ konnten.

 „Wir müssen noch Autofahren lernen“, meinte ein Darsteller unter dem Gelächter der Besucher. Denn während der „Fahrt“ auf der Bühne war mal ein Bein nicht im Auto, mal wurde der Familienhund auf der Strecke verloren. Der Spielfreude tat dies keinen Abbruch. Den Zuschauern bereitete auch die liebevolle Ausstattung Freude. „Die Kostüme haben wir zum Teil selbst mitgebracht, einiges von Frau Engel bekommen“, so die Darsteller.

Das große Kulissenbild sei selbst gemalt und in der Schule digitalisiert worden. Das Stück wurde in den vergangenen Wochen zweimal in der Uhlandschule und einmal bei den Schultheatertagen aufgeführt. Ein letztes Mal werde es vor den Ferien für die Mitschüler aufgeführt.