Genthin l Wie ist das Waschmittel Spee zu seinem Namen gekommen? Warum wurde es vor über 50 Jahren in Genthin überhaupt entwickelt? Warum hat ein ehemaliger Kämpfer der Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg einst eine Beschwerde gegen die Namenswahl „Spee“ für das neue Vollwaschmittel eingereicht? Wer hat eigentlich die Werbefigur des Spee-Fuchses erfunden? Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen gibt die Broschüre „Spee. Die Entwicklung einer gesamtdeutschen Marke“, die jüngst in einer Auflage von knapp 200 Exemplaren als Heft 30 in der Schriftenreihe des Henkel-Archives erschienen ist.

Dass es die Geschichte von „Spee“ wert ist, in einer Broschüre dokumentiert zu werden, nahm bei den Genthiner Henkel-Pensionären bei einer Weihnachtsfeier 2017 Gestalt an. Zunächst aber rückte der 50. Spee-Geburstag ins Blickfeld. Der sollte gebührend gefeiert werden. Die Organisation nahmen die Pensionäre Wolfgang Müller, Christel Fehlberg, Siegfried Schmiddt, Helmut Höhne, Hubert Heurich und Wilmut Pflaumbaum nach einem gemeinsamen Ideenfrühstück in die Hand.

Spee zum In-den-Mund-nehmen

Zum Spee-Cup 2018, dem Jugendradrennen im Rang einer Deutschen Meisterschaft habe es dann als Höhepunkt am Stand der Genthiner Henkel-Pensionäre Spee zum In-den-Mund-nehmen in Form einer Torte gegeben, erinnert sich in einem Gespräch mit der Volksstimme Christel Fehlberg, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Diplomchemikerin und Personalmanagerin viele Jahre im Genthiner Waschmittelwerk tätig war. Danach setzten sich die Genthiner Pensionäre unter Koordination des einstigen Henkel-Genthin-Betriebsleiters und Geschäftsführers Wolfgang Müller an die Konzeption der geplanten Broschüre.

Bilder

„Schnell haben wir gemerkt“, so Christel Fehlberg, „dass wir professionelle Unterstützung in Sachen Redaktion, Archivwissen, Gestaltung und Satz brauchten.“ Die bekamen die Genthiner bei Henkel in Düsseldorf von den dortigen Fachleuten, die sich schnell für dieses Broschüren-Projekt begeistern ließen. Das Ergebnis: auf über 50 Seiten im A4-Format ist nun illustriert mit vielen Bildern so ziemlich alles nachzulesen, was mit dem Waschmittel Spee und seinem Werdegang in den 50 Jahren zu tun hat.

Pensionäre setzen sich für Museum ein

Genthiner und ihre Gäste, die sich für diese Broschüre interessieren, sollten sich bei der Tourist-Info-Genthin in der Dattelner Straße 1 um einen Termin zum Besuch des Waschmittel-Museums in der Ziegeleistraße 56 am Rande des ehemaligen Henkel-Geländes bemühen. Nach dem Corona-Lockown kümmern sich die Genthiner Pensionäre innerhalb des Freundeskreises des Museums auch mit darum, dass das Museum wieder mit Leben erfüllt wird und dass eben die Interessenten der Spee-Broschüre einen Blick in diese hineinwerfen können.

Die Pensionäre wollen sich in nächster Zeit nun auch darum bemühen, dass der Inhalt der Broschüre einmal digital im Internet abgerufen werden kann.

Übrigens, der Name „Spee“ ist das Kurzwort, ein so genanntes Akronym, für „Spezial-Entwicklung“. Vor über 50 Jahren bekam Diplomchemiker und Verfahrenstechniker Siegfried Schmidt den Auftrag, ein neues Vollwaschmittel auf Weltmarkt-Niveau zu entwickeln. Der Kämpfer der Internationalen im Spanischen Bürgerkrieg dachte, dass der Name „Spee“ eine Ehrung für einen Admiral Graf Spee sein könnte, denn ein Panzerschiff der deutschen Kriegsmaschine dieses Namens war in den Bürgerkrieg verwickelt gewesen. Der Spee-Fuchs ist eine Kreation der Düsseldorfer Werbeagentur Stöhr.