Halberstadt/Schachdorf Ströbeck l Für die 20 Kameraden der Feuerwehr im Schachdorf Ströbeck hat es am vergangenen Freitag einen Nikolaus-Besuch vorab gegeben. Vize-Oberbürgermeister Thomas Rimpler hätte sich, wenn er denn gewollt hätte, eine rote Zipfelmütze aufsetzen können. Schließlich hatte Rimpler ein von den Kameraden lange ersehntes Geschenk dabei: Den Schlüssel für den neuen Mannschaftstransportwagen.

Feuerwehrroter Ford mit neun Plätzen

Das rund 35 000 Euro teure Fahrzeug mit insgesamt neun Sitzplätzen steht nun neben dem Löschfahrzeug in der funkelnagelneuen Fahrzeughalle und macht – vorfristig zum Weihnachtsfest – die Freude der Löschtruppe um Wehrleiter Christian Behrens perfekt. Der Ford in feuerwehrroter Lackierung und mit blauen Rundumleuchten auf dem Dach ersetzt den in die Jahre gekommenen Vorgänger, den die Ströbecker 2007 von der Frankfurter Flughafen-Feuerwehr übernommen hatten.

Dieser Bus hatte damals schon zwölf Jahre in den Achsen und einige Kilometer auf der Uhr. Gleichwohl, erinnert sich der 41 Jahre alte Wehrleiter, packten die Ströbecker seinerzeit gemeinsam an, um ihn an ihre Erfordernisse anzupassen. „Wir haben ihn selbst hergerichtet und umlackiert.“ Trotz dieser vergleichsweise innigen Beziehung trennten sich die Ströbecker in Aussicht auf das nagelneue Ersatzfahrzeug nun gern vom Oldtimer-Bus. Dieser soll nun bei einer Auktion an einen neuen Nutzer gehen.

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Wehrchef lobt die Verwaltung

Für Jörg Kelle, Abteilungsleiter Feuerwehr in Halberstadt, ist die Anschaffung nur logische Konsequenz, um die Vorgaben des Brandschutz-Bedarfsplans der Stadt Schritt für Schritt umzusetzen. Bei den Verantwortlichen im Rathaus sieht der Brandamtsrat dabei – trotz der finanziellen Ebbe in der Stadtkasse – große Unterstützung.

Der Fuhrpark bei den Wehren in der Kernstadt und den Ortsteilen könne sich sehen lassen. Während die Ortswehren über je ein Löschfahrzeug und einen Transporter verfügten, stünden in der Hauptwache in Halberstadt zwölf Fahrzeuge. „Insgesamt kommen wir so im gesamten Stadtgebiet auf 26 Fahrzeuge.“

Technik heute auf sehr gutem Stand

Wobei es hier zuletzt eine Verjüngungskur gegeben habe, die sich sehen lassen könne, bilanziert Kelle. 2013 das neue Drehleiterfahrzeug, das mithilfe des neuen, zentralen Beschaffungsprogramms des Landes zum Vorzugspreis nach Halberstadt kam. In diesem Jahr sei in einen neuen Hilfeleistungs-Lkw investiert worden. Zu den 370 000 Euro Anschaffungskosten habe das Land rund 125 000 Euro gegeben, so Wehrchef Kelle.

„Wir sind technisch auf einem sehr guten Stand“, bilanziert der Chef der Feuerwehren im Stadtgebiet. Deshalb sei die zunächst für 2017 geplante Anschaffung eines rund 250 000 Euro teuren Löschfahrzeugs annulliert worden. Das sei aktuell nicht mehr nötig, sagt Kelle und ergänzt mit Blick auf die hohen Anschaffungskosten: „Wir haben keinen Luxus, aber alles, was wir brauchen.“

Hoffen auf mehr Freiwillige

Zumindest technisch. Personell sehe das leider etwas anders aus. Neben den 24 hauptberuflichen Wehrleuten in der Hauptwache in Halberstadt gebe es aktuell nur 159 freiwillige Kameraden im Stadtgebiet. „Pro Ortsteil mindestens 25 und in der Kernstadt etwa 80 freiwillige Feuerwehrleute – das wäre mein Wunsch zu Weihnachten“, sagt der Chef der Halberstädter Floriansjünger.