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Dorothea Iser liest am Förster-Gymnasium und übergibt Buchspende Autorin schreibt anschaulich über die Probleme Heranwachsender

Von Julia Schneider 14.07.2011, 06:28

Haldensleben. Einen Klassensatz ihres Jugendbuchs "Saitensprung" übergab kürzlich die Autorin Dorothea Iser an die Klasse 8b des Haldensleber Professor Friedrich Förster-Gymnasiums. Als Deutschlehrerin der Klasse hatte Heike Naujok an der Aktion "Autoren bringen Bücher" teilgenommen und sich sehr über den Gewinn gefreut. Sie durfte nicht nur die Bücher, die jeweils mit einer Widmung der Autorin versehen waren, entgegen nehmen. Auch Dorothea Iser selbst empfing die Klasse 8b in ihrer Schule. Die Schriftstellerin aus dem Harz las aus dem Buch, das sie den Mädchen und Jungen geschenkt hatte. Dabei verriet sie natürlich nur so viel über "Saitensprung", dass sie die Schüler neugierig auf den Fortgang der Geschichte machte.

Die Freundinnen Tanja und Lissy, die sich in Lukas und Florian verlieben, werden darin thematisiert. Und auch ihr Mitschüler Holger, der häusliche Probleme mit seiner Mutter hat, spielt eine Rolle. Alle Jugendlichen sind in einer Gymnasialklasse und schlagen sich mit mehr oder minder normalen Problemen eines Teenagers herum.

Wie ihr Jugendbuch bei den Achtklässlern ankam, hörte Dorothea Iser beim Gespräch mit den Schülern. "Es ist leicht zu verstehen, weil es nicht so verschnörkelt geschrieben ist", hieß es da beispielsweise, was die Autorin sehr freute. Teilweise waren die Schüler auch geschockt über die Intensität der Worte, die Dorothea Iser, die einer älteren Generation als die Kinder angehört, verwendet. So beschreibt die Autorin in ihrem Roman beispielsweise anschaulich, wie sich ein Mädchen bei ihrer ersten Periode fühlt.

Die Schriftstellerin suchte die Nähe zu ihrem jugendlichen Publikum, erzählte von ihrer Enkelin und davon, wie sie auf ihre Geschichten kommt. Diese werden in vielen Ausgaben durch Zeichnungen des Magdeburgers Michael Olm unterstützt, anhand derer Dorothea Iser auch Figuren aus anderen Romanen vorstellte.

Dem ein oder anderen Zuhörer dürfte sie somit Lust auf das Lesen gemacht haben. Nach ihrem Abitur und dem Pädagogik-Studium in Weimar, machte Dorothea Iser das Examen und wurde in einem Jugendwerkhof für sozial Gefährdete als Erzieherin eingesetzt. Nach Schreibversuchen im Zirkel schreibender Arbeiter, schloss sich ein Literaturstudium in Leipzig an. Seit 1980 ist Dorothea Iser freiberuflich als Schriftstellerin tätig und gründete den Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt.