Halberstadt l Die Braunschweiger Straße in Halberstadt ist seit Montag tagsüber für den Verkehr und für Fußgänger gesperrt – noch bis zum 18. Januar. Kettensägen lärmen, auf einer Hubbühne stehen in etwa 15 Metern Höhe zwei Mitarbeiter des Stadt- und Landschaftspflege­betriebes Stala. Die Männer fällen eine etwa 20 Meter hohe Esche. Aus Sicherheitsgründen geschieht das nicht in klassischer Vorgehens­weise mit einem Schnitt unten am Stamm. Der Baumriese könnte beim ­Umfallen benachbarte Wohnhäuser in Mitleidenschaft ziehen. Die Männer schneiden den imposanten Riesen daher Stück für Stück von oben herab zurück. In den kommenden Tagen folgen weitere Bäume.

„Die Eschen (Fraxinus excelsior) weisen starke Schädigungen im Kronenbereich auf. Ursächlich ist das sogenannte Eschentriebsterben“, informiert Robert Truthmann von der Abteilung Stadtgrün der Stadtverwaltung Halberstadt. Dies sei ein Pilz, der über Sporen in der Luft übertragen wird und Eschen in ganz Europa infiziert. Im Krankheitsverlauf beginnen die Triebe abzusterben. Der Baum wird weiter geschwächt und anfällig für andere Schädlinge.

25 Roteichen neu angepflanzt

Problematisch ist besonders die Ausbildung von Totholz über der Straße und das weitere ­Absterben der imposanten Baumkronen, so Robert Truthmann. Damit wächst die Gefahr, dass Passanten durch abbrechende Äste verletzt oder Häuser beziehungsweise ­Fahrzeuge ­beschädigt werden könnten. Bei den derzeitigen Arbeiten an der ­Braunschweiger Straße fällen die Stala-Mitarbeiter besonders geschädigte Bäume – insgesamt zwölf Stück. An weiteren Eschen, die an der Allee stehen, erfolgen Kroneneinkürzungen und Totholzentfernungen.

Entlang der Braunschweiger Straße stehen insgesamt 69 Jung- und Altbäume. Letztere weisen eine Höhe von über 20 Metern auf. Laut historischen Quellen ist die beeindruckende Allee 1870 gepflanzt worden. „Sie weist naturschutzfachlich einen hohen Stellenwert für die Kreisstadt auf und ist daher besonders geschützt“, betont ­Robert Truthmann. Aus diesem Grund scheut die Kommune weder Kosten noch Mühen, um die 149 Jahre alte Allee zu erhalten beziehungsweise wieder herzugestellen.

In den zurückliegenden Jahren wurden bereits 25 Rot­eichen (Quercus rubra) nachgepflanzt. „Hierbei handelt es sich um eine ­Baumart mit geringen Ansprüchen und kräftigem Wachstum“, erklärt der Baumfachmann. Im Vergleich zu den heimischen Eichenarten ist die Roteiche wesentlich resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten. „Die Neuanpflanzung erfolgt mit einer Baumart, um einen einheitlichen Alleecharakter zu erzielen.“

110 Ersatzbäume für Halberstadt

An den Halberstädter Straßen und auf den Streuobstwiesen werden in dieser Saison 110 Ersatz-Bäume gepflanzt. In den öffentlichen Grünanlagen sind es 23 Laubbäume. Für die Ortsteile sind insgesamt zehn Jungbäume vorgesehen. Hinzu kommt die Pflanzung von 118 Laub- und Obstbäumen in Athenstedt. Bei den letztgenannten Bäumen handelt es sich um Ersatz für die am Sportplatz gefällten Pappeln. Die Stadt investiert für den Kauf der insgesamt 220 Gehölze, für deren Pflanzung, das Wässern, Anbinden, die Düngung und den Stammanstrich etwa 46.776 Euro, informierte kürzlich Roswitha Hutfilz von der Abteilung Stadtgrün der Stadtverwaltung Halberstadt.