Harz

Begrenzte Annahme auf den Wertstoffhöfen

Leser verärgert über Ausfall des Abholtermins für den Gelben Sack und strenge Regeln.

Halberstadt l Überall in der Stadt liegen sie noch, die gelben Säcke, manche direkt auf einem großen Schneehaufen. Womit das Problem passend illustriert wäre – wegen der Schneemassen waren viele Entsorgungstouren ausgefallen. Sowohl für den Hausmüll, als auch für die innerhalb des rein privatwirtschaftlich organisierten Dualen Systems. Doch wohin mit den Säcken voller Verpackungsmüll?

Eine Frage, die Achim Friedrich zum Wertstoffhof führte. Doch dort wird maximal ein Sack pro Anlieferung abgenommen. „Wenn schon die Abholung nicht klappt, warum nimmt man dann nicht wenigstens an den Wertstoffhöfen mehr Säcke ab“, fragt der Halberstädter Volksstimme-Leser.

Das Ansinnen kann Ingo Ziemann, Vorstand der Entsorgungwirtschaft Harz, nachvollziehen. Die Enwi ist als Anstalt öffentlichen Rechts mit der Organisation der Abfallentsorgung im Harzkreis beauftragt und betreibt auch einige Wertstoffhöfe, zum Beispiel den in Halberstadt. „Die Gelben Säcke werden vom Dualen System Deutschland eingesammelt und das haushaltsnah“, sagt Ziemann. In Absprache mit den Betreibern dieses Systems, werde der Enwi ein Container für den Wertstoffhof gestellt, „damit wir in absoluten Ausnahmesituationen der Bürger auch Gelbe Säcke annehmen können“, sagt Ziemann.

Dass es nur diese wirklich eng begrenzte Kapazität gebe, läge daran, dass ein alternatives Erfassungssystem des Verpackungsmülls vermieden werden soll. „Wir können nicht mehr Container stellen, deshalb gilt auch jetzt auf allen Wertstoffhöfen trotz der ausgefallenen Sammlung die strikte Anordnung, dass nur ein Sack pro Anlieferer erlaubt ist“, sagt Ziemann. Er hoffe auf das Verständnis der Bürger, die nun auf den nächsten Abfuhrtermin warten müssten. Da durchschnittlich ein bis anderthalb Säcke pro Wochen in einem normalen Haushalt anfielen, sollte das kein gravierendes Problem darstellen, so die Meinung des Entsorgungsfachmanns. Der selbst seine Säcke wieder zurück ins Haus nehmen musste, wie er berichtet.

Natürlich sei der Ausfall von Entsorgungstouren nicht erfreulich, aber angesichts der extrem schwierigen Straßenverhältnisse nachvollziehbar. „Die Mitarbeiter des von uns beauftragten Unternehmens, der Abfallwirtschaft Nordharz, haben alles versucht, was möglich war“, sagt Ingo Ziemann.