Halberstadt l Wohin mit den Fischen? Eine Frage, die jüngst im Athenstedter Ortschaftsrat eine Rolle spielte. Dabei saß Halberstadts Feuerwehrchef Jörg Kelle am Tisch und hatte gerade Risikoanalyse und Bedarfsplan der Feuerwehr vorgestellt.

Und die braucht den Dorfteich in Athenstedt, um im Fall der Fälle ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben. „Im Moment reicht die vorhandene Wassermenge allerdings nicht aus, der Teich ist viel zu flach“, sagte Kelle. „Er muss entschlammt werden.“

Wichtig für Brandschutz

Weil das wichtig für den Brandschutz im Ort ist, konnte Kelle auch Roswitha Hutfilz, Abteilungsleiterin Stadtgrün, für dieses Vorhaben gewinnen. Im vergangenen Jahr sammelte die Stadt erste Erfahrungen mit dieser Aufgabe, als der Schwanenteich in Halberstadts Altstadt von mehreren tausend Kubikmetern Schlamm befreit wurde. Selbiges soll nun in Athenstedt geschehen. „Weil hier der Handlungsbedarf am dringendsten ist“, sagte Kelle. „Aber es werden in den kommenden Jahren noch weitere Teiche folgen.“ Konkret betreffe das die Dorfteiche in Sargstedt und Ströbeck.

In Athenstedt sollen im Herbst die Bagger anrollen. Vorher sollen aber die Fische in Sicherheit gebracht und umgesiedelt werden. Wenn die Voraussetzungen stimmen, könnte dies sogar innerhalb des Ortes geschehen. „Das würde auch die Kosten etwas minimieren“, sagte Athenstedt Ortschef Ralf Barthel (parteilos/Buko) während der Sitzung des Ortschaftsrates.

Unter dem Kostenaspekt sei auch ein Angebot der Landwirte rund um den Ortsteil von Vorteil. Wie Barthel berichtete, seien die Bauern bereit den Schlamm nach dem Ausbaggern auf ihren Feldern auszubringen. „Doch bevor das geschieht, wird der Schlamm natürlich erstmal genauer untersucht, damit wir wissen, ob er eventuell belastet ist. Dann muss der Aushub aus dem Teich auf eine Deponie gebracht werden.“ Ein Szenario, das die Kosten der gesamten Aktion deutlich nach oben treiben würde.

Zuläufe ausbaggern

Ist das Wasser erstmal aus dem Teich am Westrand des Dorfes abgelassen, sollen auch die Zuläufe auf einer Länge von mindestens fünf Metern ausgebaggert werden. „Sonst spülen wir uns den Schlamm ja gleich wieder in den Teich“, sagte Barthel . Und auch das kaputte Wehr soll dann repariert werden.

Rund um den Teich werden in den kommenden Tagen auch baumkletter zu sehen sein, Sie sollen die alten Baumbestand rund um das Gewässer unter die Lupe nehmen und Totholz ausschneiden. Diese Baumpflegearbeiten dienen der Sicherung des Baumbestandes. „Wenn dann mal ein Ast ins Wasser fällt, der sich nicht einfach vom Ufer aus bergen lässt, müssen wir ihn nicht gleich wieder herausholen. Denn auch dass kann im Frühherbst einfacher erledigt werden“, so der Ortsbürgermeister. Außerdem, so berichtete Barthel, sollen auch die desolaten Pfähle des Zauns, der die umliegenden Felder abgrenzt, ersetzt werden.

Wenn die Feuerwehr den Teich als Löschwasserreservoir benötigt, was ist, wenn es in der Zeit der Entschlammungsaktion brennt? „Deshalb haben wir ja bereits eine neue Zisterne gesetzt“, sagt Jörg Kelle. Die fasst 50 Kubikmeter Wasser und sei ohnehin erforderlich gewesen. Es gibt 15 Unterflurhydranten, aus denen die Feuerwehr in Athenstedt Löschwasser aus dem Trinkwassernetz entnehmen kann. Mit diesen Hydranten und der neugebauten Zisterne am Mühlberg stehe für rund 80 Prozent der Ortslage im Bedarfsfall Löschwasser zur Verfügung. Rund 20 Prozent der Bebauung in Athenstedt befindet sich im Löschbereich des Teiches.

Ausreichend Löschwasser

Für eine überschaubare Zeit sei das Risiko tragbar, auf den Teich zu verzichten, auf Dauer brauche man aber alle drei Komponenten, um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, sagte Kelle.