Halberstadt l Das Feuer, welches am Mittwochmorgen in einem Mehrfamilienhaus in der Magdeburger Straße in Halberstadt ausgebrochen ist, wurde absichtlich gelegt. Zu diesem Ergebnis führten Untersuchungen der Magdeburger Brandursachenermittler, informiert Polizeisprecherin Nadine Sünnemann. Sie bestätigt ebenfalls, dass die Tür zu der Wohnung, in der der Brand ausbrach, aufgebrochen wurde. Zu möglichen Tätern könne noch keine Aussage getroffen werden. Aber: „Es gibt gute Ermittlungsgrundlagen“, sagt Sünnemann.

Derweil müssen die Bewohner des Hauses – darunter zwei Kinder im Alter von drei und neun Jahren – noch warten, bis sie in ihre Wohnungen zurück dürfen. „Aufgrund der starken Rauchentwicklungen“, erläutert die Polizeisprecherin. Sobald die Belüftung abgeschlossen sei, können sie jedoch zurück. „Im Moment sind alle Bewohner bei Verwandten oder Freunden untergekommen.“

Feuer auf Arbeitsweg entdeckt

Er habe als Erster das Feuer entdeckt, berichtet Holger Hinz telefonisch der Volksstimme. „Ich bin gerade Richtung Magdeburg zur Arbeit gefahren“, sagt der 52-Jährige. „Dann habe ich die Flammen in der Wohnung im Erdgeschoss gesehen, habe mein Auto gedreht und angehalten.“ Die Straße sei zu diesem Zeitpunkt menschenleer gewesen. Punkt 5.42 Uhr habe er den Notruf per Handy abgesetzt.„Ich bin zum Hauseingang gelaufen und habe geklingelt, um die Bewohner zu warnen“, berichtet der Halberstädter.  Eine Frau habe ihm über die Gegegnsprechanlage mitgeteilt, dass sie vom Brand wisse, aber nicht aus dem Haus kommen könne.„Als ich zurück zur anderen Seite des Hauses lief, sah ich die Rauchschwaden. Erst da habe ich den roten Kleinbus gesehen“, so Hinz.

Bei dem Kleinbus handelte es sich um einen Mannschafts-Transportwagen. Am Steuer:  Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Heimburg, der gerade unterwegs zu einem Lehrgang an der Feuerwehrschule in Heyrothsberge war. „Fast zeitgleich kamen die ersten Feuerwehren an“, sagt Hinz.

Bewohner per Drehleiter gerettet

Zu diesem Zeitpunkt stand das Wohnzimmer der Erdgeschosswohnung bereits lichterloh in Flammen, so Einsatzleiter Thomas Dittmer, am Mittwoch nach dem Einsatz. Parallel zu den Löscharbeiten wurden sechs Hausbewohner per Drehleiter gerettet. Laut Feuerwehr konnten sie das Haus aufgrund der extremen Rauchentwicklung nicht über das Treppenhaus verlassen. Verletzt wurde niemand. Den Gesamtschaden am Haus beziffern Polizei und Feuerwehr übereinstimmend auf mehr als 100 000 Euro. Im Rahmen der Löscharbeiten musste der Verkehr bis 8 Uhr umgeleitet werden.

Die Mieterin der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist, war während des Brandes nicht zu Hause. Die 29-Jährige halte sich laut Polizei nur selten in der Wohnung auf. Diese soll nach Volksstimme-Informationen stark vermüllt gewesen sein.