Wegeleben l Betritt man die Baustelle der Grundschule „Dr. Wilhem Schmidt“ in Wegeleben, ist es relativ ruhig. Hier ein Klopfen, dort ein Hämmern, ein paar Stimmen sind zu hören. Ungefähr 10 bis 15 Arbeiter sind zurzeit mit dem Trockenbau der Schule beschäftigt, schätzt Handwerker Silvio Neels. Er sei für das Anbringen der Decken zuständig. Sein Kollege messe den Abstand von der Wand bis zur Leiste, sagt Neels. „Und ich schneide die Deckenplatten entsprechend zurecht.“ Denn einige Wände seien nicht ganz gerade, erklärt der Handwerker.

Haben sie keine Angst, sich mit dem Corona-Virus anzustecken? „Eigentlich nicht“, sagt Trockenbau-Monteur Eike Richter. Zu den Mitarbeitern der anderen Firmen könne man gut Abstand halten. Jeder sei für etwas anderes zuständig. Daher würden sie sich in unterschiedlichen Räumen, im ganzen Haus verteilt, aufhalten.

Trotz Corona keine weiteren Verzögerungen

Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde Vorharz Harald Brockelt sagt: „Im Moment sind alle beauftragten Firmen vor Ort“. Zum jetzigen Zeitpunkt würde sich nicht abzeichnen, dass es wegen der Corona-Krise zu einer Verzögerung des Baus kommen würde.

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Trotzdem dauere die Sanierung doch etwas länger als geplant, berichtet Brockelt. Daher habe man das Datum für die Fertigstellung des Baus auf Anfang August korrigiert. Ursprünglich sollte das Schulgebäude im Juli fertig werden, sodass die Kinder mit Beginn des neuen Schuljahres die Lernstätte in Wegeleben hätten beziehen können. Nun müssten die Jungen und Mädchen bis nach den Herbstferien warten und solange weiter in Harsleben zur Schule gehen.

„Mit diesem Termin geht man einfach auf Nummer sicher“, sagt Harald Brockelt. Die Bildungsstätte werde zu knapp zum neuen Schuljahr fertig. Mit dem Datum im Oktober habe man ausreichend Zeit, die Räume einzurichten. Einige Materialien der Wegeleber Schule seien auch nicht mit nach Harsleben gekommen, sondern eingelagert worden, zum Beispiel die Küche. Diese könne dann schon aufgebaut werden. Auch der Schulbusbetrieb müsse vor dem Umzug entsprechend geplant und koordiniert werden.

Dass es bei so einer riesigen Sanierung zu Verzögerungen komme, sei ganz normal, sagt der Bauamtsleiter. So würde die eine oder andere handwerkliche Tätigkeit doch ein paar Tage länger dauern als geplant. Dementsprechend könne das Unternehmen, die für die anschließenden Tätigkeiten zuständig sind, auch erst später beginnen. „Der Bauzeitenplan wird daher ständig aktualisiert“, berichtet Harald Brockelt.

3,4 Millionen Euro waren ursprünglich für die Sanierung der Schule vorgesehen. „Ungefähr 400 000 Euro werde sie mehr kosten“, sagt er. Das liege daran, dass sich die Preise bei einigen Gewerken anders entwickelt haben als ursprünglich berechnet. Außerdem ergeben sich bei so einem Bau, oftmals erst während der Sanierung, Arbeiten, die man bei den Planungen noch nicht vorhersehen konnte. 2,55 Millionen Euro hatte die Verbandsgemeinde über das Förderprogramm Sachsen-Anhalt Stark III für die Modernisierung erhalten.

Seit der Instandsetzung der Grundschule „Dr. Wilhem Schmidt“ in Wegeleben sind die Jungen und Mädchen in der Außenstelle der Schule in Harsleben untergebracht. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, werden alle Kinder in Wegeleben zur Schule gehen. Damit schließe die Bildungsstätte in Harsleben, sagt Bürgermeisterin Christel Bischoff (Bürger für Harsleben) mit Bedauern.

Wie wird Schule in Harsleben weiter genutzt?

Was geschehe dann mit dem ehemaligen Schulgebäude? „In der unteren Etage befindet sich der Hort“, sagt Christel Bischoff. Dieser bleibe weiterhin dort. Es sei den Eltern besonders wichtig gewesen, dass sie ihre Kinder in Harsleben abholen können. 53 Jungen und Mädchen seien in diesem Schuljahr für die Nachmittagsbetreuung angemeldet, zum kommenden würden es sogar 66 Schüler sein. Die Kinder aus Wegeleben werden in ihrer Heimatstadt im Hort betreut.

Wie die übrigen Etagen der ehemaligen Schule dann genutzt werden, könne sie noch nicht sagen. Im Moment gehöre das Gebäude der Verbandsgemeinde Vorharz. Ute Pesselt erklärt: „Wenn diese das ihr übertragene Grundstück nicht mehr benötigt, erfolgt, laut Verordnung, die Rückgabe des Eigentums an die jeweilige Mitgliedsgemeinde“. Dementsprechend würde das Schulgebäude, nach dem Umzug der Schulkinder wieder an die Gemeinde Harsleben gehen. Gemeinsam soll eine gute Lösung für die freiwerdenden Räume gefunden werden. „Ich habe auch schon eine Idee, die ist aber noch nicht spruchreif“, sagt Ute Pesselt. Auf jeden Fall sollen sie nicht leer stehen.