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Dramatische Lage für Mieter in Halberstadt

Ein Angebot der Stadtwerke ist für einen Teil der von Strom- und Wasserentzug bedrohten Menschen in Halberstadt ein Hoffnungsschimmer.

Halberstadt l Ein Funken Hoffnung zeichne sich für die Mieter ab, deren Wohnungen ab Montag, 9. März, von der Wasser- und Wärmeversorgung gekappt werden sollen, informierte am Freitag Halberstadtwerke-Sprecher ­Sebastian Hübler.

Von den etwa 110 betroffenen Wohnungen in der Richard-Wagner-Straße, der Maxim-Gorki-Straße, der Puschkin- sowie der Juri-Gagarin-Straße hätten sich bis Freitag rund 50 Mieter – und damit etwa die Hälfte – gemeldet, die das Angebot der Halberstadtwerke, gesonderte Mieterverträge abzuschließen, annehmen möchten. Damit bliebe ihnen das Schicksal, ab Montag in kalten Wohnungen zu sitzen und kein Wasser mehr zu haben, erspart. Sie würden einen Vertrag mit den Halberstadtwerken abschließen und fortan direkt an den Versorger für genutztes Wasser und Wärme zahlen. „Wir wollen den Betroffenen helfen und die Aktion bis 30. Juni laufen lassen, um ihnen Zeit zu geben, sich eventuell eine neue Wohnung zu suchen“, so Hübler.

Zu dem drastischen Schritt, für 111 bewohnte Wohnungen die Wasser- und Wärmeversorgung einzustellen, sehen sich die Halberstadtwerke gezwungen, weil der Vermieter seit Oktober 2019 die Rechnungen nicht bezahlt habe. Bislang ist nach Angaben der Halberstadtwerke eine höhere fünfstellige Summe aufgelaufen, Tendenz sechsstellig.

Trotz Mahnungen und einer Sperrankündigung sei der Vermieter, an den die Mieter die Vorauszahlungen für Wasser und Heizung mit ihrer Miete zahlen, abgetaucht und reagiere nicht, so Steffen Kerlin, kaufmännischer Leiter der Halberstadtwerke. Sollte er das geforderte Geld bis Montag zahlen, gäbe es keine Sperrung.