Halberstadt l Um 3.46 Uhr reißt der Alarm die Männer aus dem Schlaf. Die diensthabende Schicht der Hauptberuflichen Wachbereichtschaft ist wenige Minuten später am Einsatzort. Im Block A der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in der Friedrich-List-Straße Halberstadts stehen drei Menschen auf einem Fensterbrett im vierten Obergeschoss. Sie drohen, in die Tiefe zu springen. Mit geübten Handgriffen bauen die Feuerwehrmänner ein Sprungpolster auf, dann heißt es abwarten. „Mehr konnten wir nicht tun,“ berichtete Feuerwehrsprecher Chris Buchold nach dem Einsatz, der um 5.30 Uhr beendet war.

Mit der Feuerwehr rücken auch Rettungsdienst, Landespolizei und wenig später Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Halberstadt und Langenstein an. Insgesamt sind es 25 Wehrleute mit sieben Fahrzeugen, dazu kommen sechs Mitarbeiter des Rettungsdienstes mit zwei Rettungswagen und einem Notarztwagen sowie acht Beamte der Landespolizei. Diese versuchen, zu den spungbereiten Männern vorzudringen, doch die haben ihre Zimmertüren verbarrikadiert.

Um die Situation zu entspannen, entscheidet die Einsatzleitung der Polizei, die Beamten zurückzuziehen. Wenig später kehren auch die Männer auf dem Fensterbrett ins Zimmer zurück.

Brandalarm noch beim gleichen Einsatz

Noch während die Wehrleute auf dem Zast-Gelände sind, löst in Block C die Brandmeldeanlage aus. Ein Handdruckknopfmelder wurde betätigt, allerdings ohne erkennbaren Grund. Kurz darauf gibt es Alarm im Block A und dann in Block B. „Nachdem die entsprechenden Trupps die Erkundungen durchgeführt hatten, konnten auch hier keine möglichen Ursachen für die Betätigung eines Druckknopfmelders gefunden werden“, so Buchold

Es sind nicht die ersten Fehl­alarme in dieser Woche. Seit dem 1. März rückte die Feuerwehr neunmal in die Zast aus, allein in dieser Woche seit Montag jeden Abend beziehungsweise jede Nacht, ist von dem Wehrsprecher zu erfahren

Das weckt Erinnerungen an den Sommer 2018, als die fast täglichen Alarmierungen die Nerven der Wehrleute blank liegen ließen. Nach langem Hin und Her hatte man letztlich die Ausrückeregularien geändert, die eigentlich festlegen, dass in Gruppenstärke mit mindestens neun Wehrmitgliedern anzurücken ist. Weil in der Feuerwache maximal sieben Leute pro Schicht arbeiten, heißt dass immer auch Alarm für die Freiwilligen. Um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu schonen, hatten sich im Herbst die Zuständigen in Stadt und Kreis darauf geeinigt, dass erstmal die ohnehin in den Blocks eingesetzten Wachleute nachschauen, ob es sich um einen Fehlalarm handelt.