Ermsleben/Ballenstedt/Königerode l Ein Wochenende zum Aufatmen? Glatte Fehlanzeige: Auch am Wochenende hielten zahlreiche Brände die Harzer Feuerwehren in Atem. Eine regelrechte Schlacht mussten insgesamt 13 Feuerwehren aus dem Harzkreis und dem Salzlandkreis mit rund 200 Einsatzkräften am Sonnabend zwischen Ermsleben, Reinstedt und Aschersleben schlagen: Dort standen rund 100 Hektar Getreide lichterloh in Flammen, die auf ein nahes Rapsfeld überzugreifen drohten. Ein Szenario, bei dem die Feuerwalze in Windeseile bis Aschersleben hätte vordringen können.

Das Feuer im Grenzbereich beider Kreise war gegen 16.50 Uhr bemerkt worden. Beide Leitstellen beorderten zahlreiche Kräfte heran, allein 26 Fahrzeuge zahlreicher Wehren aus dem Salzlandkreis. Hinzu kam ein Polizeihubschrauber aus Magdeburg, der mit einem speziellen Wassersack, einem „Bumbi Bucket“, zur Brandbekämpfung ausgerüstet ist. Er unterstützte die am Boden agierenden Feuerwehren und brachte bei sechs Anflügen insgesamt rund 3000 Liter Nass direkt an die Brandherde. Dennoch konnte der Kampf gegen die Flammen erst nach Stunden beendet werden.

Das Wochenende hatte in der Nacht zum Samstag tragisch begonnen: Zwischen Schwanebeck und Nienhagen verunglückte eine junge Frau bei einem Unfall tödlich. Anschließend ­folgten im Tagesverlauf zahlreiche ­Einsätze für Harzer Feuerwehren bis schließlich das Großfeuer bei Ermsleben ausbrach.

Dass am Mittag ein Waldbrand bei Ballenstedt bereits im Entstehen entdeckt wurde, ist glücklichen Umständen zu verdanken. Nach dem tödlichen Unfall zwischen Schwanebeck und Nienhagen startete am Vormittag der Leitende Einsatzbeamte im Harzer Polizeirevier, um die Unfallstelle mit Luftbildern zu dokumentieren. „Zeitgleich wurde uns ein schwerer Unfall mit eingeklemmter Person auf der B 242 zwischen Königerode und Saurasen gemeldet. Um schnellstmöglich vor Ort zu sein, haben wir dafür gleich den Hubschrauber genutzt“, berichtet Hauptkommissar Chris Püchel.

50 Quadratmeter in Flammen

Beim Rückflug sei zunächst eine brennende Ackerfläche bei Schielo entdeckt worden. Dort standen laut Leitstelle rund 50 Quadratmeter in Flammen – Landwirte bekämpften die Flammen, indem sie das betroffene Feld rasch umpflügten.

Beim Weiterflug Richtung Halberstadt entdeckte die Hubschrauberbesatzung dann Qualm im Bereich des Kohlen­schachts im Ballenstedter Forst. Gegen 13.30 Uhr alarmierte die Leitstelle die Feuerwehr Ballenstedt-Opperode, um die Flammen, die rund 100 Quadratmeter erfasst hatten, zu löschen. Dabei zeigte sich das gute Zusammenspiel zwischen Luft- und Bodenkräften einmal mehr. Der Polizeihubschrauber verharrte direkt über der Brandstelle und unterstützte so die anrückenden Feuerwehren bei der Orientierung. Etwa zwei Stunden später konnten die Kameraden abrücken.

Fast zeitgleich zu beiden Bränden standen bei Ströbeck rund fünf Hektar Feld in Flammen. Angefacht vom Wind, breiteten sich die Flammen rasch aus. 55 Einsatzkräfte der umliegenden Wehren setzten insgesamt rund 13.000 Liter Wasser zur Brandbekämpfung ein. „Durch den Einsatz der Landwirte, die mit ihren Gerätschaften eine schnellere Ausbreitung verhindert haben, konnte das Feuer eingegrenzt und wirksam bekämpft werden“, berichtet Wehrsprecher Chris Buchold.