Wegeleben l Die Diskussion, ob die Leichtverpackungsabfälle künftig mit gelben Tonnen oder gelben Säcken gesammelt werden, beschäftigt zurzeit viele Städte und Gemeinden im Harzkreis, so auch die Ortschaften der Verbandsgemeinde (die Volksstimme berichtetet mehrfach). „Unsere Mitgliedsgemeinden behalten alle die gelben Säcke“, stellt Ute Pesselt (parteilos), Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Vorharz klar.

Die Mitarbeiter der Entsorgungswirtschaft Harz (Enwi) hätten sie rechtzeitig darüber informiert, dass sich die Gemeinden entscheiden müssen, ob sie zum 1. Januar 2021 weiterhin die gelben Säcke oder lieber die gelbe Tonne haben wollen. Harald Brockelt, Bauamtsleiter der Verbandsgemeinde, habe daraufhin bei den Bürgermeistern und Gemeinderäten nachgefragt, was gewünscht sei. „Die Meinungen dazu waren unterschiedlich“, berichtet Pesselt. Die Tendenz sei jedoch zu den gelben Säcken gegangen – aber unter der Prämisse, dass diese stabiler würden.

Bis zu einem Stichtag im Frühjahr 2019 hatte Enwi kreisweit alle Kommunen um eine Rückmeldung gebeten. Nach diesem Stichtag, so Ute Pesselt, habe sie erfahren, dass die Ratsmitglieder der Gemeinde Selke-Aue doch lieber eine gelbe Tonne haben wollten. Sie, so Pesselt, habe daraufhin bei der Enwi angerufen und mit dessen Geschäftsführer Ingo Ziemann gesprochen. Dieser habe ihr jedoch verdeutlicht, dass innerhalb des Vertragszeitraums keine Korrekturen mehr möglich seien. Der Vertrag mit dem Unternehmen, welches die Kunststoffverpackungen abhole, laufe ab Januar drei Jahre. Erst danach seien weitere Korrekturen möglich.

Uwe Fabian, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Selke-Aue, sagte auf Volksstimme-Nachfrage, dass sein Gemeinderat im Frühjahr 2019 darüber abgestimmt und sich für die gelbe Tonne ausgesprochen habe. Im Oktober dieses Jahres musste er dann aus der Zeitung erfahren, dass die gesamte Verbandsgemeinde gelbe Säcke behalte. Das habe wieder zu Diskussionen im Gemeinderat geführt und sei in eine erneute Abstimmung gemündet. „Da haben wir einmütig für gelbe Tonnen votiert.“ Er vermute, dass es im Frühjahr 2019 zu einem Übermittlungsfehler zwischen der Gemeinde Selke-Aue und der Verbandsgemeinde gekommen sei.

Enwi-Chef Ingo Ziemann sagte dazu, dass die Enwi als öffentliche Behörde die Müllsammlung im Harzkreis organisiere. Die Verpackungen würden von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen eingesammelt. Alle drei Jahre kämen die Rahmenbedingungen auf den Prüfstand, könne die Sammlung im Detail neu organisiert werden. In den aktuellen Verhandlungen sei eine Forderung der Enwi gewesen, die Qualität und Festigkeit der gelben Säcke zu verbessern. Das sei vertraglich zugesagt worden.

Für die von der Gemeinde Selke-Aue formulierten Wünschen nach gelben Tonnen gebe es jetzt aber keine Korrekturmöglichkeiten mehr, so Ziemann. Die nächste Chance für Korrekturen gebe es in drei Jahren. „Nun wollen wir den gelben Säcken aber erst einmal eine Chance geben“, so Ingo Ziemann.