Harzgerode (vs) l Wenn die Gewinnspanne beim Kauf von Bitcoins und anderen digitalen Währungen mehr als das Tausendfache übersteigt, ist Vorsicht geboten: Es könnte sich um eine Betrugsmasche handeln. So ist es einem 70-jährigen Mann aus Harzgerode ergangen, der im Januar 2020 bei einer Schweizer Firma Bitcoins im Wert von 250 Euro erworben hatte. Laut Polizeiangaben befanden sich auf dem dafür angelegten Konto im September 2020 bereits 61.000 Euro. Um das Geld abzuheben, verlangte die Schweizer Firma immer wieder angebliche Transaktionsgebühren von dem Mann. Doch bis heute kam es zu keiner Auszahlung des Geldes.

Inzwischen hat der Mann bereits über 17.000 Euro an die betrügerische Firma überwiesen, ohne sein Konto auflösen zu können und ohne etwas von seinem Gewinn erhalten zu haben. Die Betrugsmasche ist nicht unüblich, wie die Polizei mitteilt. Der Geschädigte erstattete Anzeige, die Polizei ermittelt nun wegen Anlagenbetrug.

Die Polizei warnt davor, sich auf solche Geschäfte einzulassen. Kunden sollten sich gründlich informieren, wo sie ihr Geld anlegen. Investments sollten nur bei Banken oder Sparkassen abgeschlossen werden, bei denen eine europäische Einlagensicherung besteht. Spekulationen mit Kryptowährungen seien generell risikoreich, die Durchsetzung von zivilrechtlichen Forderungen gegenüber ausländischen Vertragspartnern sei schwer bis unmöglich. Ein Anhaltspunkt für die Seriösität von Internetangeboten könne ein nachvollziehbares Impressum sein. Auch bei den Verbraucherzentralen finden Kunden Beratung zu diesen Themen.