Halberstadt l Fische treiben in der dunkelgrünen und ­schmutzigen Brühe des Torteiches in der Altstadt Halberstadts mit dem Bauch nach oben. Untrügliches Anzeichen dafür, dass mit dem Biotop mitten in der Stadt etwas nicht stimmt. In den zurückliegenden Jahren gab es immer wieder Probleme mit dem Teich. Vor vier Jahren waren es sogar Heerscharen von ­Ratten, die sich dort wohlfühlten, weil Passanten Enten fütterten.

Zahlreiche Bürger schlugen wegen des Fischsterbens bereits Alarm, vor allem in den sozialen Netzwerken. Daraufhin nahmen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Halberstadt das Gewässer unter die Lupe. „Eine Mitarbeiterin sammelte bereits tote Fische ein“, berichtet Rathaussprecherin Ute Huch. Mit der optischen ­Retusche war es allerdings nicht getan. Die Fachleute hätten die Ursache für das Fischsterben ausgemacht. „Die ­extreme Wärme und die lange Trockenheit sorgten dafür, dass die Biologie des Teiches umkippte. Es fehlt Sauerstoff im Wasser“, erläuterte Ute Huch.

Kaum Frischwasser im Torteich

Normalerweise sorgt eine Pumpe im Bereich des Schwanenteiches dafür, dass dem Torteich regelmäßig Frischwasser von der benachbarten Holtemme zugeführt wird. Das habe ebenfalls wegen der großen Trockenheit in den vergangenen Wochen nicht geklappt. Der Harzfluss, der zurzeit eher einem Rinnsal gleicht, führt dafür einfach zu wenig Wasser.

Ende vergangener Woche veranlasste die Stadtverwaltung einen Rettungseinsatz. Die Halberstädter Feuerwehr kam am Torteich zum Einsatz. Die Männer installierten im Teich eine Tauchpumpe, die den Sauerstoffanteil des Wassers erhöhen soll. Der Torteich präsentiert sich aus diesem Grund derzeit mit einem Wasserspiel. Zwischen 400 bis 800 Liter Teichwasser pro Stunde fördert die Pumpe und drückt es als Fontäne mehrere Meter in die Höhe. Durch diese Bewegung soll der Sauerstoffanteil im Wasser erhöht werden.

Augen­scheinlich geschieht das mit Erfolg. Das Wasser sieht zumindest optisch schon wieder besser aus. Einen durchschlagenden Erfolg bei der Sauerstoff-Anreicherung habe es noch nicht gegeben, sagt Ute Huch. Aus diesem Grund soll die Pumpe erst einmal bis Ende der Woche in Betrieb bleiben.