Viele Bienenvölker verendet - Kreistag spricht sich für finanzielle Mittel aus

Landkreis will Imkern im Kampf gegen aggressive Milbe helfen

Von Ivar Lüthe 28.07.2012, 05:16

Durch Umwelteinflüsse und einen Milbenbefall haben Imker im Landkreis Börde zahlreiche Völker verloren. Der Kreistag will den Imkern im Kampf gegen die Milbe nun helfen und stellt finanzielle Mittel in Aussicht.

LandkreisBörde l Mehr als 60 Prozent Ausfall haben die Imker im Landkreis Börde im vergangenen Jahr gehabt, sagt Imker Bodo Baron von Schilling. Der Groß Bartensleber hatte in einer der Kreistagssitzungen eindringlich auf die prekäre Lage der Imker im Landkreis hingewiesen. Umwelteinflüsse und vor allem der Befall zahlreicher Bienenvölker mit der aggressiven Varroa-Milbe, die sich - ähnlich wie ein Blutegel an einem Säugetier - bei der Honigbiene festbeißt, habe zu den hohen Verlusten bei den Imkern geführt. Bakterien hätten ihr Übriges dazu getan. Nun sei es an der Zeit, dass der Landkreis seine Imker im Kampf gegen die Milbe unterstütze, warb der Imker, der auch Landesvorsitzender der Buckfast-Imker in Sachsen-Anhalt ist. Und er fand Gehör. Im jüngsten Kreistag sprachen sich alle Fraktionen einmütig dafür aus, dass der Landkreis den Imkern eine finanzielle Unterstützung zuteil werden lassen soll. Kreistagsmitglied Dr. Dieter Schwarz hatte bereits in der vorhergehenden Kreisausschusssitzung für eine Unterstützung der Imker geworben. "Der Landkreis sollte einen Teil der Kosten im Kampf gegen die Milbe übernehmen. Wir sollten die Alarmzeichen jetzt erkennen", hatte Dr. Schwarz gesagt. Im Kreistag erneuerte er seinen Antrag.

Nach ersten Schätzungen müssten rund 6000 Euro aufgebracht werden. Das Geld soll für den Kauf von Medikamenten beziehungsweise für die Behandlung der Bienenvölker mit Ameisensäure verwendet werden.

Die Kreisverwaltung ist nun damit beauftragt, den konkreten Bedarf zu ermitteln sowie die Modalitäten für die finanzielle Unterstützung auszuarbeiten. Nach der politischen Sommerpause soll der Kreisausschuss dann über die Mittel einen Beschluss fassen.

Nach Angaben von Bodo Baron von Schilling sind im Landkreis mehr als 1100 Bienenvölker bei 122 Imkern registriert.