Hedersleben (dpa) l Wegen der Trockenheit ist die Kartoffelernte in Sachsen-Anhalt in einigen Betrieben vorübergehend unterbrochen worden. "Uns machen die Kluten zu schaffen", sagte der Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, Lutz Trautmann, in Hedersleben (Landkreis Harz).

Das seien Klumpen, die sich bei Trockenheit vor allem in lehmigen Böden bildeten und beim Pflügen die Kartoffel beschädigten. Einige Betriebe warteten daher auf Regen, um die Ernte fortzusetzen. Sonst könne die Qualität der Knollen stark leiden, so Trautmann. Den Angaben nach erwarten die Bauern eine unterdurchschnittliche Ernte in diesem Jahr. Zahlen konnten noch nicht genannt werden.

"Die Qualität wird auch nicht gut sein", sagte Trautmann weiter. Viele Knollen hätten wegen der Trockenheit dunkle Stellen. Diese könnten zwar beim Schälen herausgeschnitten werden. Doch beim Verkauf zähle Qualität, so Trautmann.

Dem Landwirt zufolge ist die derzeitige Situation "flächendeckend existenzbedrohend". Die Betroffenen müssten bereits das dritte Jahr in Folge mit großen Ernteausfällen umgehen. Die Politik helfe zu wenig, erklärte Trautmann.

Bauern leiden unter Regenmangel

Zudem sei die hohe Bürokratie – etwa wenn es um die Erlaubnis zur Bekämpfung von Feldmäusen gehe – oft hinderlich bei schnellen Entscheidungen. Der globale Wettbewerb mit günstigen Kartoffeln etwa aus Ägypten verschlimmere die Situation für die regionalen Bauern, so Trautmann.

Nicht nur den Kartoffelbauern macht die Trockenheit in diesem Jahr zu schaffen. Auch Getreide, verschiedene Obstsorten und Co. litten unter dem Regenmangel. Laut Landesbauernverband dauert die Kartoffelernte üblicherweise bis in den Oktober hinein. In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Tonnen Kartoffeln eingebracht.