Halberstadt l Explodierende Kosten drängen das Kuratorium Stadtkultur zu einer Entscheidung bei der Präsentation der Feuerskulptur im Schaufenster neben dem Eingang zum ­Städtischen Museum Halberstadt. Seit der feierlichen Übergabe des Fensters Anfang Juli sehen sich die Organisatoren mit einem Problem konfrontiert – Betrachter sehen in der ­Scheibe das Spiegelbild des vis-a-vis liegenden Doms kaum den Inhalt des Schaufensters. Versuche, das zu ändern, werden zunehmend kostenintensiver.

Das Kuratorium Stadtkultur zog jetzt die Notbremse, informiert Vorsitzender Frank Aedtner. Die Spendengeld sind ausgegeben, mittlerweile schießt das Kuratorium Geld nach.

Intensiv nach Lösung für Problem gesucht

„Derzeit wird daran gearbeitet, die Beleuchtung des Fensters zu optimieren. So viel wird das allerdings nicht bringen“, macht Frank Aedtner wenig Hoffnung auf Besserung. Den Spiegeleffekt wird es auch künftig geben.

In den zurückliegenden Wochen habe man sich intensiv mit dem Problem beschäftigt und an einer Lösung gearbeitet. Im Gespräch sei unter anderem gewesen, die Scheibe gegen ein entspiegeltes ­Spezialglas auszutauschen. Davon habe man aus Kostengründen jedoch Abstand genommen. Eine vierstellige Summe wäre dafür notwendig gewesen. Auch die zweite ­Variante, die vorhandene Scheibe mit einer Entspiegelungsfolie zu bekleben und so den Dom optisch aus dem Fenster zu verbannen, sei keine Option. Die Klebefolie würde sich über kurz oder lang wieder lösen. „Das Kuratorium investierte bereits zusätzlich eine dreistellige Summe in die Nachbesserung der Präsen­tation. Das treibt uns zwar nicht in die Pleite, aber irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen“, erklärt Frank Aedtner die Entscheidung.

Nicht jeder Betrachter würde sich über die eingeschränkte Sicht in das Fenster aufregen. „Es gibt zwei Lager. Die einen kritisieren es, die anderen finden es gut, dass sich der Dom im Fenster widerspiegelt“, so der Kuratoriumchef. Er verspricht, dass die Tafel mit den Spender-Namen auf alle Fälle gut lesbar im Ausstellungsfenster angebracht wird. Das würde öffentlichkeitswirksam in naher Zukunft geschehen.

Bürger spendeten 13.000 Euro

Die Stadt Halberstadt und das Kuratorium Stadtkultur verbündeten sich 2018, um die Feuerskulptur, ein Werk des Keramikers Reinhard Keitel aus Weimar, für die Stadt zu sichern. Keitel brannte das Kunstwerk während der ­Veranstaltung „Ton am Dom“ live vor Publikum auf dem Domplatz. Sie zeigt die zwei Domtürme und hat damit einen unmittelbaren Bezug zu Halberstadt. In einer unfassbar kurzen Zeit von nur sechs Wochen spendeten die Halberstädter 13.000 Euro für den Kauf und eine würdige Präsentation der Skulptur. Das Spektrum der Spendenbeiträge betrug fünf bis 500 Euro.

Das Städtische Museum Halberstadt erhielt die Feuer­skulptur als Schenkung und präsentiert sie für einen Zeitraum von fünf ­Jahren an der Südfront des Heineanum-Ausstellungsgebäudes.