Halberstadt (sr) l Sie sind entlarvt: Die ersten Müllsünder in der Halberstädter Gröperstraße konnten dank zweier Kameras überführt werden, berichtet Beate Grebe. Die Chefin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe) betont: „Was wir als besonders ärgerlich empfinden ist, dass es sich fast ausschließlich um Mieter handelt“. Lediglich ein Täter sei mit einem auswärtigen Kennzeichen am Fahrzeug vorgefahren, um seinen Unrat auf den Autostellflächen Ecke Taubenstraße zu schmeißen.

An dieser Stelle türmten sich monatelang immer wieder Müllberge auf: vor allem Sperrmüll und noch mehr gelbe Säcke, einige zerrissen – deren Inhalt auf dem Rasen vor den Mietshäusern verteilt. Nicht wenige der Säcke trugen einen roten Punkt: sie enthalten unzulässigen Inhalt, darum hat sie die Müllabfuhr liegen lassen.

Zusätzliche Kosten

Die Folge: Der Vermieter, also die HaWoGe, hat die Säcke anderweitig entsorgen lassen müssen, was zusätzliche Kosten bedeutete. Und die Aufräum-Aktionen sind nicht lange von Erfolg gekrönt worden, haben Anwohner im Mai gegenüber der Volksstimme berichtet. Sie haben Angst um den Ruf ihrer Wohngegend und sogar vor Ungeziefer, berichteten sie.

Bilder

Beate Grebe bestätigte den Zustand. „Da ist man als Eigentümer fast ohnmächtig“, sagte sie im Frühjahr. Handzettel, Kontrollen seitens der Mitarbeiter und Aufräumen hätten keinen Effekt gezeigt. Letztes Mittel: Am 4. Juli wurden zwei Kameras installiert, die den Platz rings um die Papiertonnen filmen. „Wer erwischt wird, wird zur Kasse gebeten. Es drohen Abmahnungen und Sanktionen“, berichtet die HaWoGe-Chefin.

Zustand verbessert

Seit die Kameras hängen hab,e sich der Zustand verbessert. „Aber Müll liegt hier immer noch rum“, sagt ein Halberstädter. Der 53-Jährige möchte unbekannt bleiben, berichtet aber, dass er fast täglich an dem illegalen Müllplatz vorbei geht. „Es ist wirklich nicht schön anzusehen.“

Diese Meinung teilt die HaWoGe. „Es ist schade, dass ein Standort durch so etwas abgewertet wird“, sagt Beate Grebe.

In der jüngsten Mieterzeitung wurde noch einmal darauf hingewiesen, wie, wo und wann Müll entsorgt werden soll. Zudem ist geplant, bis Jahresende das Entsorgungssystem umzustellen. „Wir haben uns das gemeinsam mit der Enwie vor Ort angesehen und uns wieder für zwei umzäunte Containerplätze entschieden“, teilt die Chefin der Wohnungsgesellschaft mit. Die Einzeltonnen samt der Einhausungen, die verwendet werden, weichen Hausmüllcontainern mit 1100 Liter Fassungsvermögen. „Hoffentlich ist das Problem damit entgültig erledigt.“