Halberstadt l Seit Wochen ist Halberstadts Zentrum ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit. Alle Regionalbereichsbeamten aus dem Polizeirevier Harz laufen hier zusätzliche Streifen, die Einsatzbeamten des Reviers werden außerdem verstärkt von Trupps der Landesbereitschaftspolizei sowie von Beamten des Zentralen Einsatzdienstes der Polizeiinspektion Magdeburg. Auch Ordnungsamtsmitarbeiter der Stadtverwaltung laufen Streife, vor allem seit Verhängung des Alkoholverbots für das Stadtzentrum.

Der Staat wackelt nicht

Deutsche und Ausländer, die Alkohol konsumieren, untereinander in Streit geraten, Passanten anpöbeln sowie zunehmend ungenierter Drogenhandel zwangen Stadt und Polizei zum Handeln. „Der Staat wackelt nicht“, sagte gestern Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht bei einem Besuch auf dem Fischmarkt. „Wir bleiben hier, bis wieder Ruhe im Schiff ist.“ Es sei wichtig, so der Christdemokrat, dass die Staatsmacht auf solche negativen Entwicklungen reagiere und dann eine Null-Toleranz-Linie fahre. „Solange, wie es nötig ist“, so Stahlknecht. Denn dauerhaft ist eine solche massive Polizeipräsenz nicht zu halten, das weiß Stahlknecht eben so gut wie Revierchef Marco Zeuner, der bei der Stippvisite des Innenministers ebenfalls anwesend war. Aber solange es nötig ist, wird das Land unterstützen – diese Zusicherung machte Stahlknecht den Harzern.

Im Gespräch

Holger Stahlknecht kam auf dem Fischmarkt mit Bürgern ins Gespräch und mit vier Regionalbereichsbeamten aus Ballenstedt und Falkenstein. Er erkundigte sich bei Katja Felsberg, Corinna Espenhahn, Mirko Janke und Michael Mros nach dem aktuellen Geschehen. Das war am Sonntagnachmittag ruhig, nur den einen oder anderen Radfahrer galt es daran zu erinnern, dass Holz- und Fischmarkt sowie Breiter Weg Fußgängerzone ist, in der Radfahren verboten ist. Was manchen Radfahrer zu erbosten Kommentaren veranlasste. Alltag für die Polizisten.

Zu Holger Stahlknecht gesellten sich wenig später der Landtagsabgeordnete Daniel Szarata, der gerade von einer CDU-Brockenwanderung kam und Justizministerin Anne-Marie Keding im Schlepptau hatte. Gemeinsam kamen alle bei einer Kaffeerunde am „Café Kult(iviert)“ zu Füßen der Martinikirche mit den Polizisten ins Plaudern.