Halberstadt l Premiere in Halberstadt. Der erste Fair-Teiler ist aufgestellt worden. Im Gebäude der Zora, Am Johanniskloster 9 (Zugang über Steinhof), können jetzt Lebensmittel getauscht werden. Dabei handelt es sich um eine Initiative von Foodsharing, einer Plattform, die sich für den respektvollen Umgang mit Nahrung einsetzt. Seit Anfang des Jahres engagiert sich die 25-jährige Maria Haniak für den Aufbau eines Fair-Teiler-Netzwerkes in der Kreisstadt und in der Region.

„Die Zora ist bekanntlich sehr offen für neue Projekte. Mit meiner Idee habe ich dort offene Türen eingerannt. Die Zora-Mitarbeiter stellten sogar einen Kühlschrank zur Verfügung“, freut sich Maria ­Haniak. Zur Eröffnung ist ein Regal unter anderem mit Kartoffeln, Blumenkohlköpfen, Äpfeln, Gurken, Keksen, Spaghetti und anderen Lebensmitteln gefüllt. Kühl stehen Joghurt-Becher und andere leicht verderbliche Waren. Die Lebensmittel haben Unterstützer von Food­sharing abgegeben, die selbst keine Verwendung mehr dafür haben, die wertvollen Lebensmittel aber nicht im Müll entsorgen wollten. So funktioniert die Station auch. Wer zu viel eingekauft hat, wird den Überschuss in der Station los. Das Warensortiment steht anderen dann zum Nulltarif zur Verfügung.

Täglich geöffnet

Die Sta­tion ist täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet, außer an Feiertagen. „Sie ist frei zugänglich, niemand beobachtet die Nutzer“, so Maria Haniak. Eine zweite Fair-Teiler-Station ist bereits mit Unterstützung des Frauenzentrums in der Planung, so die Initiatorin. In Wernigerode gibt es an der Hochschule Harz seit zwei Jahren einen Fair-Teiler für haltbare Hygiene-Artikel und Lebensmittel, informierte Katja Börns, die die Station mit aufbaute.

Weltweit landet laut Food­sharing jedes dritte produzierte Lebensmittel in der Tonne. „Das muss aufhören“, fordert Maria Haniak. Die junge Physiotherapeutin möchte in Halberstadt und Umgebung ein Foodsharing-Netzwerk aufbauen. Darüber sollen ­Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum zwar abgelaufen ist, aber immer noch zu verzehren sind, getauscht werden können. ­Alles auf ehrenamtlicher Basis, Geld soll nicht fließen. Daher ist Food­sharing nicht gewinn­oriertiert. Ein Konzept, das in Großstädten bereits erfolgreich läuft, so die Foodsharing-Botschafterin für Halberstadt. Ein Zufall führte Maria Haniak zum Thema Lebensmittelrettung. Sie habe sich damit beschäftigt, wie man im Alltag den Plastik-Verbrauch senken kann. Zwangsläufig würde das zu Foodsharing führen. Sie meldete sich auf der Plattform im Internet an und stellte dabei fest, dass die Region Halberstadt/Wernigerode auf der Foodsharing-Karte noch ein weißer Fleck ist. Das will die junge Frau ändern. Dafür sucht sie möglichst viele motivierte Mitstreiter.

Weltweit landet jedes dritte produzierte Lebensmittel in der Tonne. In jedem einzelnen stecken Arbeitszeit, Ressourcen, Transportwege und Geld. Foodsharing bietet eine Möglichkeit, all das wieder wertzuschätzen, indem das Essen eine zweite Chance erhält, argumentiert die Initiative.

Wer Maria Haniak beim Aufbau des regionalen Netzwerkes unterstützen möchte, kann sich hier registrieren.