Tourismusverein Touren ins Grüne an Fallstein und Huy
Mit neuen und bewährten Ideen interessiert der Tourismusverein Huy-Fallstein Gäste für die Region. Auch Reisebusse steuern Osterwieck an.

Osterwieck/Huy. - Wer annahm, dass dem ereignisreichen Jahr 2024 mit dem Harzfest in Osterwieck ein touristisches Flautejahr folgen würde, wurde eines Besseren belehrt. 2025 wurden wieder fast die Zahlen des Harzfest-Jahres erreicht. Wobei es ja nicht nur jenes Fest in Osterwieck war, das die Fachwerkstadt bekannter machte, sondern auch noch ein dreiviertelstündiges Stadtporträt im MDR-Fernsehen, das über die Landesgrenze hinaus Besucher nach Osterwieck gelockt hatte.
2922 Gäste haben im Jahr 2025 das Büro des Tourismusvereins Huy-Fallstein am Osterwiecker Marktplatz aufgesucht, gut 100 mehr als im Vorjahr. Per Telefon, Mail und Post gab es weitere 750 Kontakte. Das besagt eine Übersicht von Geschäftsführerin Katrin Vogt.
Vor sechs Jahren übernahm sie die hauptamtliche Stelle im Tourismusbüro und brachte zugleich Konstanz in die Einrichtung, die in den bis dahin neun Jahren ihres Bestehens häufige Personalwechsel verkraften musste.
Dass es gelang, 2025 die Zahlen der Stadtführungen (29) und ihrer Teilnehmer (421) fast auf dem Niveau des Super-Harzfest-Jahres zu halten, lag auch an neuen Ideen. Wie den an zwei Terminen angebotenen Kremserfahrten auf den Spuren der Adelsfamilie von Gu-stedt, die ein halbes Jahrhundert hier gelebt und gewissermaßen regiert hatte. Zwei Ausflüge, an deren Organisation lokale Akteure aus Deersheim, Berßel, Schauen und Osterwieck mit Informationen über das Wirken Gustedts in ihren Orten beteiligt waren. Was Katrin Vogt besonders bemerkenswert fand, hatte nach ihrer Einschätzung doch das Harzfest somit den Zusammenhalt und das Miteinander gefördert.
Es werden aber auch Führungen angeboten, die laufen schon lange und sind weiterhin gut nachgefragt. Im Winter die abendlichen Laternenführungen „Fachwerk, Lichterglanz und Kulinarisches“ einschließlich Abendessen, im Frühjahr die Adonisröschenwanderungen ab Hoppenstedt, die gemeinsam mit den Hornburger Tourismusamt veranstaltet werden. Erfreut ist die Geschäftsführerin, dass im vergangenen Jahr Busreiseveranstalter aus Berlin und Magdeburg in Osterwieck Halt gemacht haben, Stadtführungen erhielten und auch einkehrten. Für dieses Jahr haben sich schon Reisebusse aus Magdeburg und Celle angekündigt.
Aber der Tourismusverein Huy-Fallstein ist nicht nur für Osterwieck zuständig, sondern seit einigen Jahren auch für die Gemeinde Huy. Auch hier werden Führungen durch die Natur angeboten. Wobei diese teils auch in der Halberstadt-Information gelistet sind. Touristische Zusammenarbeit mit Nachbarn im Osten und Westen also.
Katrin Vogt kann für Osterwieck und Huy auf einen Pool von Gästeführern zurückgreifen. Sie selbst lässt sich übrigens derzeit zur zertifizierten Landschaftsführerin ausbilden. Um im Grünen Band oder in Landschaftsschutzgebieten bewusst und sensibel mit Gästen unterwegs zu sein.
In Fallstein und Huy kann man seit knapp zwei Jahren auf Wanderungen Stempel sammeln. In Kooperation mit der Harzer Wandernadel wurde dazu ein Wanderheft zum Stempelsammeln aufgelegt, von denen längst eine vierstellige Zahl unter den Leuten ist.
15 Jahre gibt es nun das Tourismusbüro in Osterwieck, von Anfang an unter einem Dach mit dem gleichfalls 2010 begründeten Energieberatungszentrum. Ein Jubiläum, das vergangenen Herbstanfang mit einer Radtour durch den Nordharz gefeiert wurde. Mit über 100 Radlern wurde diese Veranstaltung zum Höhepunkt im zurückliegenden Jahr.
Mit einem Jubiläum auf touristischer Ebene kann das nun begonnene Jahr 2026 zwar nicht dienen, aber in der Osterwiecker Altstadt ist eines in Sichtweite. 2027 wird der Schäfers Hof 500 Jahre alt. Bis dahin, so hofft Katrin Vogt, wird der Bauerngarten umgestaltet sein.