Wernigerode l Der Harz ächzt unter Hitze und Dürre. „Wir erleben einen der trockensten vier Sommer seit Beginn der Wettermessung im Jahr 1881“, sagt Frank Kreienkamp. Wie der Leiter des Klimabüros Potsdam vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erläutert, ist im Juni 2018 nur rund ein Viertel der üblichen Regenmenge gefallen. „Hinzu kommt: Schon der Frühling war in der Region sehr trocken“, berichtet der DWD-Mitarbeiter. So habe zwischen März und Mai rund ein Drittel des durchschnittlich gemessenen Niederschlags gefehlt.

Regen habe es nur punktuell ausreichend gegeben – dann aber bei Gewittern häufig gleich im Übermaß. „Dazu hatten wir viele Sonnenstunden, was zu einer besonders starken Verdunstung führt“, sagt Kreienkamp. Feldpflanzen wie Getreide saugten dadurch noch mehr Wasser aus der Erde, um zu überleben. So dörre der Boden extrem aus – und die Gefahr für Flächenbrände steige, schlussfolgert der Klimaforscher.

Auf Brocken drei Grad wärmer

Einen Ausnahmesommer registrieren auch die Wetterbeobachter auf dem Brocken: Mit einer mittleren Temperatur von zwölf Grad Celsius war es auf dem höchsten Harzgipfel laut DWD im Juni drei Grad wärmer als im Durchschnitt. Der Mai stellte mit einem Mittelwert von elf Grad Celsius gar einen neuen Rekord seit Beginn der Messungen auf dem Brocken 1896 auf. Dazu fiel im Juni mit rund 70 Millimetern nur halb so viel Niederschlag wie für den Monat üblich.

Trotz der extremen Dürre, die aktuell nicht nur den Harz, sondern fast ganz Mitteldeutschland im Würgegriff hält, warnt Frank Kreienkamp vor Panik. „Solche Wetter-Ereignisse beobachten wir in regelmäßigen Abständen“, berichtet der Klimaexperte.