Schachdorf Ströbeck

Verbrannte Vereinsfahne wird ersetzt

Mehr als 145 Jahre alt war die Vereinsfahne, die im Schachmuseum Ströbeck ausgestellt war. Sie verbrannte beim Feuer 2019. Jetzt soll eine Replik der Fahne angefertigt werden.

Von Jörg Endries 22.07.2021, 12:43
Diese Fotos zeigen das Original der Vereinsfahne, die während des Brandes im Schachmuseum Ströbeck vom Feuer vernichtet wurde.
Diese Fotos zeigen das Original der Vereinsfahne, die während des Brandes im Schachmuseum Ströbeck vom Feuer vernichtet wurde. Foto: Städtisches Museum Halberstadt

Schachdorf Ströbeck - Die Ströbecker sollen ihre historische Vereinsfahne zurückbekommen. Sie ist beim Brand des Schachmuseums vernichtet worden. Während der jüngsten Tagung des Ortschaftsrates bestätigte Dr. Antje Gornig, Direktorin des Städtischen Museums Halberstadt, dass es möglich sei, von der Fahne eine Replik anfertigen zu lassen. Allerdings müsste der Ortschaftsrat dem Vorhaben zustimmen.

„Unter den durch den Brand im November 2019 als Totalverlust zu beklagenden Stücken befanden sich vorrangig solche Unikate aus Ströbeck aus dem 19. Jahrhundert, darunter eine Vereinsfahne des Ströbecker Turnvereins von 1876“, informierte Antje Gornig. Diese über 145 Jahre alte Fahne sei eines der ältesten Exponate des Schachmuseums Ströbeck gewesen. „Die Replik dieses für die Dauerausstellung bedeutenden Exponats soll das durch den Brand vernichtete Original ersetzen und dort dann die Geschichte des Schachdorfs Ströbeck im 19. Jahrhundert thematisieren“, so die Museumschefin.

Nach aufwendigen Recherchen habe sie eine Firma gefunden, die in der Lage sei, eine Replik der Vereinsfahne anzufertigen. Die Kosten dafür würden sich auf etwa 7000 Euro belaufen. Das sei genauso teuer, als wenn man das Original restaurieren wolle. „4500 Euro stellt die Versicherung dafür bereit“, berichtet Antje Gornig. Würde man das Geld nicht dafür nutzen, ginge es zurück an die Versicherung. Jetzt galt es die Frage zu klären, wer die restliche Summe bezahlt.

An dieser Frage soll das Vorhaben nicht scheitern, waren sich die Abgeordneten einig. „Die Fahne hat eine große Symbolkraft. Dafür muss einfach Geld da sein“, plädierte Ortschaftsrat Maik Ledderbohm. Viele Ströbecker haben für den Wiederaufbau des Schachmuseums Geld gespendet. Aus diesem Topf sollen für die Anfertigung und den Kauf einer Replik 2500 Euro entnommen werden. Dafür sprach sich der Ortschaftsrat einstimmig aus.

Jetzt steht nur noch die Zustimmung der Stadtverwaltung aus. Die ist erforderlich, weil die Kommune wegen der angespannten Etatlage mit einer Haushaltssperre arbeitet. Das bedeutet, dass alle Investitionen extra abgesegnet werden müssen. Was sich Außenstehenden nicht ganz erschließt. Denn im Fall der Vereinsfahne fließt kein Geld aus der Stadtkasse, sondern Bares von der Versicherung und Spenden.