Langenstein/Halberstadt l Sicherheitsprobleme beschäftigen den Ortschaftsrat Langenstein. Im Mittelpunkt steht die Altenburg. Ein bei Touristen aus nah und fern beliebtes Ausflugsziel. Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU) und Mitglieder des Rates fordern, dass das Plateau der Altenburg mit einem Geländer gesichert werden muss. Für Ausflügler bestünde dort Absturz-Gefahr. Das ist jedoch nicht alles. Auch mit Felsabstürzen ist jederzeit zu rechnen. Der Ortschaftsrat will alles daran setzen, dass das wichtige Touristenziel Altenburg weiterhin begehbar bleibt.

An finanziellen Barrieren soll die Sicherung der Altenburg nicht scheitern, betont Ortschaftsrat Holger Werkmeister (FDP). Das Geländer würde man in Eigenleistungen bauen können. Die Langensteiner haben mit einem schwerwiegenderen Problem zu kämpfen. Die Altenburg ist Privateigentum und gehört einem Mann aus Niedersachsen. Der stellt sich bislang quer beziehungsweise Bedingungen für die Montage eines Sicherheitsgeländers. Das wiederum bringt die Langensteiner zur Weißglut. „Wir verhandeln darüber, ob wir auf eigene Kosten ein lumpiges Geländer aufstellen dürfen, und das gelingt uns nicht. Sollen wir vor dem Eigentümer noch auf die Knie fallen? Die Leute nehmen uns doch nicht mehr ernst“, schimpft Holger Werkmeister. Seit mittlerweile drei Jahren würde man mit dem Eigentümer verhandeln, und das ergebnislos. „Schade, dass man den Mann nicht in die Pflicht nehmen kann“, bedauert Jürgen Meenken.

Das Sicherheits-Problem auf der Altenburg sei nicht so einfach zu lösen, informiert Timo Günter, Justiziar der Stadt Halberstadt. Die Haftungsfrage ist bislang nicht geregelt. Die Stadtverwaltung sei mit dem Besitzer in Kontakt, um eine Lösung zu finden. Dessen Anwalt habe einen Entwurf über eine Vereinbarung erarbeitet und der Stadt zugestellt. Darin ist festgehalten, dass der Besitzer sich mit den Sicherungsarbeiten einverstanden erklärt, aber die komplette Haftung für den Fall, dass etwas passiert, an die Stadt Halberstadt übergeht. „Dass der Stadt die Haftungsfrage komplett übergestülpt werden soll, obwohl ihr das Areal nicht gehört, funktioniert so nicht“, stellt Timo Günter fest.

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Touristen wandern auf eigene Gefahr

Der Mann aus Niedersachsen könne nicht zur Sicherung der Altenburg herangezogen werden. Als Besitzer des Waldes um Langenstein, zu dem die Altenburg gehört, sei er nicht verpflichtet, die Wege zu ­sichern. „Touristen, die zur Altenburg wandern, sind derzeit auf eigene Gefahr unterwegs“, unterstreicht der Justiziar. Würde ein Baum umfallen und jemanden verletzen, sei das wieder ein ganz anderer Fall. Dann haftet der Eigentümer.

Timo Günter macht den Langensteinern keine großen Hoffnungen, dass sich das ­Sicherheits-Problem mit der Altenburg schnell löst. Völlig unbeachtet von der Frage, ob ein Geländer zur ­Sicherung der Ausflügler montiert wird oder nicht, ist der Aspekt, dass an der Altenburg latent die Gefahr von Felsab­brüchen vorhanden ist.

Rundumblick bis zum Brocken

Erst im Dezember 2016 ist ein tonnenschwerer Brocken auf die Treppe unterhalb des Plateaus gefallen. Das dabei niemand zu Schaden gekommen ist, war pures Glück. Denn die Altenburg ist ein Touristen-Mag­net. Täglich wandern Alt und Jung auf den Felsen, wo einst die Bischöfe von ­Halberstadt eine Burg unterhielten. Von der ist seit etwa 300 Jahren zwar so gut wie nicht mehr zu sehen, dafür begeistert der sagenhafte Rundumblick auf Langenstein, Halberstadt, das Harzvorland bis zum ­Brocken.

Unbürokratisch und jenseits der Frage, wem die Altenburg gehört, behob nach dem Felsabsturz vor zwei Jahren der städtische Stadt- und Landschaftspflegebetrieb Stala den Schaden. Engagierte Langensteiner ­sicherten den Felsen. Seitdem können Ausflügler wieder auf die Altenburg wandern.