Halberstadt l In der Voigtei prägen viele alte Fachwerkhäuser das Bild der Altstadt-Straße in Halberstadt. Nur wenige Gebäude sind jüngeren Datums und nicht in dieser alten Bauart errichtet worden. Dazu zählen die nicht weniger schönen Häuser ­Voigtei 38/37, die etwa Ende des 18. beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. Zuletzt gehörten sie dem Arbeiter Samariter Bund (ASB), der dort eine Geschäftsstelle unterhielt und verschiedene Beratungsangebote vorhielt. Anfang 2018 wechselte der Besitzer. Thomas Oppermann kaufte beide Immobilien, um sie zu sanieren. „Mittler­weile liegt das ausgearbeitete Sanierungs- und Umbaukonzept auf dem Tisch und es kann los gehen“, berichtet der Halberstädter.

Das scheinbar tadellose Erscheinungsbild der Häuser trügt. Innen riecht es muffig. Untrügliches ­Anzeichen dafür, dass beide ein großes Problem haben – Feuchtigkeit, informiert der Bauherr. Dem ASB sei das Risiko zu groß gewesen, viel zu viel Geld in die Sanierung der Gebäude investieren zu ­müssen. Daher habe sich der ASB von beiden Häusern getrennt.

Thomas Oppermann schreckte die Aussicht, mit einem teuren Sanierungsprojekt belastet zu werden, nicht ab. Ganz im Gegenteil. Herausforderungen mag der Halberstädter. Davon hat er bereits einige in der Altstadt gemeistert. Scheinbar hoffnungslosen ­Fälle – Häuser, für die aufgrund ihres schlechten Bauzustandes niemand mehr Visionen hatte – gab der Unternehmer wieder eine Zukunft. Bislang 17 Mal in der Altstadt Halberstadts. Auch vom Feuchtigkeits-Problem der Voigtei 38/37 lässt er sich nicht abschrecken.

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Sandsteinsockel zieht Feuchtigkeit an

„Die Ursache dafür haben wir ausgemacht. Der Sandsteinsockel ­beider Gebäude ist das Problem. Er saugt die Feuchtigkeit förmlich an, dann steigt sie ungehindert die ­Wände hoch, weil eine sogenannte ­Horizontalsperre fehlt“, ­informiert Thomas ­Oppermann.

In einem ersten Schritt erfolgt daher eine aufwendige Trockenlegung. Anschließend beginnt der Um- und Ausbau im Inneren der Häuser, in denen teilweise noch Aufputzleitungen zu finden sind. Es gebe viel zu tun. Ziel sei, ­insgesamt zwölf großzügig bemessene Wohnungen mit hochwertigem Standard hinter den alten Mauern zu installieren.

„Unter anderem ­schicke Dachwohnungen, die nur zwei Treppen hoch sind und teilweise als Atelierwohnung ausgebaut werden“, so Thomas Oppermann. Außerdem erhalten die Gebäude auf der Hofseite Balkone.

Verwaistes Fachwerkhaus am Innenhof

Beim Blick auf den Hof gibt es eine Überraschung. Zur Voigtei 38/37 gehören ­nämlich nicht nur zwei Häuser, sondern insgesamt drei. Dort befindet sich noch ein verwaistes Fachwerkhaus, dessen Alter bislang unbekannt ist. „Eine eigene Hausnummer besitzt es auch nicht“, sagt Thomas ­Oppermann.

Es sei in den ­vergangenen ­Jahren als Lager genutzt worden. „Das Gebäude wird ­ebenfalls saniert, um Platz für ­Wohnungen zu bekommen“, erklärt er.

Die Sanierung des Drei-Häuser-Komplexes lässt sich der Investor über eine Million Euro kosten. Die ersten Mieter sollen in die Voigtei 38/37 bereits Ende 2019 einziehen.