Halberstadt l Der entscheidende Tipp kam aus der Halberstädter Spiegelstraße. Nachdem mitten in der Nacht zum Dienstag Anwohner verdächtige Geräusche aus dem Keller wahrgenommen und zwei Männer vor dem Haus entdeckt hatten, zögerten sie nicht lange. Sie griffen zum Telefon, wählten den polizeilichen Notruf und stellten damit – so viel ist mittlerweile klar – die entscheidenden Weichen, um zwei Langfinger aus dem Verkehr zu ziehen. Als die Polizei wenige Minuten später vor Ort war und die Handschellen geklickt hatten, bestätigte sich der Verdacht: Insgesamt elf Keller waren aufgebrochen, bei der Durchsuchung der Männer konnten diverses Diebesgut und Einbruchswerkzeug sichergestellt werden.

Mutmaßliches Diebesgut sichergestellt

Die Ermittler stehen mit dem Zugriff womöglich vor der Aufklärung einer ganzen Reihe von Einbrüchen. Nach der vorläufigen Festnahme des Duos wurden deren Wohnungen in Halberstadt und Quedlinburg sowie ein drittes Objekt durchsucht und einer – wie es in Ermittlerkreisen heißt – Grundreinigung unterzogen. Soll heißen: Das sichergestellte offensichtliche Diebesgut ist umfangreich. Dem Vernehmen nach werde es wohl mehrere Tage dauern, alle Beweisstücke zu prüfen, um sie möglichen Taten und letztlich den rechtmäßigen Eigentümern zuzuordnen. Außerdem geht es um die Frage, ob die beiden Täter oder Hehler sind.

Richterin erlässt Haftbefehl

Für die beiden 21 und 31 Jahre alten Tatverdächtigen war das „Abenteuer“ in der Spiegelstraße nach der vorläufigen Festnahme in der Nacht zum Dienstag erst einmal zu Ende. Eine Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Halberstadt machte am gestrigen Mittwoch den Sack endgültig zu und erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen beide Männer wegen des Verdachts des versuchten Diebstahls in besonders schwerem Fall Haftbefehl.

Zahlreiche Einträge im Strafregister

Was letztlich nicht wirklich überrascht. In der Vergangenheit seien sie mit Eigentumsdelikten ebenso in Erscheinung getreten wie mit Betrug und Drogenvergehen. Einer der Tatverdächtigen hat bereits elf Voreinträge zu Taten und Verurteilungen im Bundeszentralregister. Dort werden alle rechtskräftigen Strafen und Strafbefehle registriert. Der andere – offenbar der Jüngere der beiden – verbüßte noch bis Januar dieses Jahres eine Haftstrafe. „Letztlich haben die beiden das Strafgesetzbuch mit diversen Taten schon rauf und runter dekliniert“, heißt es.

Mit gestohlenen Fahrrädern geschnappt

Warum das Duo zu nächtlicher Stunde unterwegs war, dürfte ebenso wenig überraschen. Der Jüngere stand laut Polizei unter dem Einfluss von Amphetamin und Kokain. Mutmaßlich waren sie unterwegs, um Geräte zu stehlen, die sich rasch „versilbern“ lassen. Und wahrscheinlich ging es letztlich darum, Geld für den Lebensunterhalt und Drogennachschub zu besorgen. Dabei nutzten sie – auch das überrascht die Polizeibeamten nicht – zwei Fahrräder, die als gestohlen gemeldet worden waren.

Wobei es den Langfingern zuweilen sehr leicht gemacht worden sein soll. So mussten sie nach dem Einbruch bei einem Gebäudereinigungsdienst in Halberstadt nur zugreifen, um in den Besitz der Schlüssel von zahlreichen Kunden zu gelangen, um dann dort in aller Ruhe abzuräumen.