Wedringen l Torsten Krausmann und Enrico Nowak haben am Freitag die Giebelfassade des Dorfgemeinschaftshauses fertiggestellt. Sie sind froh, dass sie zur nächsten Baustelle weiterziehen können. „Das ist nicht auszuhalten“, sagt Torsten Krausmann mit Blick auf die Hauptstraße, auf der ein Auto nach dem anderen vorbeibraust. Lkw und Pkw rollen ohne Pause. „Hier müsste es längst eine Umgehungsstraße geben“, bekräftigt er.

Die Bauleute haben den Rauputz auf die untere Wand aufgebracht, oben verkleiden Ziegel den Giebel. Hans-Henning Wiese, der Vorsitzende des Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus, freut sich, dass der Giebel jetzt geschützt ist, denn das ist die Wetterseite. Aus dem Stadthaushalt hat der Förderverein einen Zuschuss für die Fassade bekommen. Für den Vorderteil hätte es nicht gereicht, sagt Wiese. Zumindest ist aber der Giebel geschützt, und es ist noch ein kleiner Rest vom Geld übergeblieben, dafür soll Material für die Sanitäranlagen gekauft werden. Denn nach wie vor wird viel in Eigenleistung gemacht. Im Winter wollen die Männer die Toilettenanlage im Erdgeschoss in Angriff nehmen. Dabei muss gleich der Anschluss nach oben gebaut werden. Im nächsten Jahr soll die alte ausgetretene Treppe aufgearbeitet werden. Das muss wie die Arbeiten am Giebel auch eine Firma machen. Dafür wird noch gespart.

Die Malerarbeiten im Saal hat Henning Wiese indes selbst in Angriff genommen. Die Saaldecke musste noch mal nachgespachtelt und dann gestrichen werden. Schließlich wird aus dem Saal am nächsten Sonnabend wieder ein großer Marktplatz. Zum achten Mal veranstaltet der Förderverein einen Adventsflohmarkt, und zwar von 15 bis 20 Uhr. Die Erlöse dieses Marktes fließen immer gleich in die nächsten Vorhaben. Geschirr, Bücher, Schallplatten und viele andere kleine Sachen liegen dann auf den langen Tischen im Saal und warten auf jemand, der sie noch zu schätzen weiß und dafür ins Portemonnaie greift.

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Während das meiste noch in Kartons verpackt ist, stehen die jüngsten Spenden unten in der sogenannten Kaffeestube auf den Tischen. Das Geschirr wurde erst abgewaschen, damit es sich bestens präsentiert. Diese Kaffeestube, die separat liegt und zu der eine kleine Küche und Toilette gehören, wird auch für kleine private Feiern vermietet.

Der neue historische Kalender ist ebenfalls wieder zu haben. 20 Exemplare hat Henning Wiese schon an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht. Auf dem Mai-Blatt des Kalenders ist das Foto einer Familienfeier vom Mai 1913 zu sehen, und die fand genau in diesem Saal statt. „Die Gesellschaft sitzt direkt vor der Bühne“, sagt Henning Wiese. „Wir haben immer gedacht, die Bühne sei erst viel später gebaut worden.“ Für den alljährlichen Kalender, auch eine kleine Einnahmequelle für den Verein, hat der Vereinsvorsitzende schon viele alte Postkarten und Fotografien zusammengetragen und aufgearbeitet.

Im vergangenen Jahr konnte auf dem Saal zum ersten Mal ein großer Ofen geheizt werden. Die anheimelnde Wärme wird sicher wieder dazu beitragen, dass viele Wedringer nicht nur nach Schnäppchen Ausschau halten, sondern auch noch ein Weilchen zum Erzählen sitzen bleiben. Die Vereinsmitglieder sorgen für Kaffee und Kuchen, Würstchen und Glühwein.

Der Förderverein Dorfgemeinschaftshaus besteht seit 2004 und hat 28 Mitglieder. Henning Wiese bedankt sich schon jetzt bei allen, die am Sonnabend helfen, die backen und die Sachen für den Flohmarkt gespendet haben.