Elsebeck/Klüden l „Erwin Schoof ist ein alter Leitwolf, der heute von Bord geht“, verkündete Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Calvörder Gemeinderates in Elsebeck. Schliephake betonte, dass das Alter bezogen sei auf die Erfahrung, auf die Sachkompetenz sowie auf das langjährige und unermüdliche Engagement. Erwin Schoof habe schriftlich erklärt, dass er aus gesundheitlichen Gründen seine Ämter als sachkundiger Einwohner im Wirtschafts- und Umweltausschuss und als Ortsteilbeauftragter von Klüden niederlegen wird. „Erwin Schoof hat eine große Akzeptanz im Ort und eine große Identität mit Klüden und in der Entwicklung von Klüden. Er geht uns aber menschlich nicht verloren“, betonte Schliephake. Schoof sei bereit, den Rat weiter zu unterstützen. Das habe er per Handschlag zugesagt.

„Erwin ist ein Mann der ersten Stunde. Nach der Wiedervereinigung war er von 1990 bis 2009 ununterbrochen Bürgermeister von Klüden. Er hinterlässt große tiefe Spuren. Erwin hat Klüden mit seiner Mannschaft im Rat und mit den Bürgern ein Mal komplett erneuert“, schilderte Schliep-hake sehr emotionsvoll.

2008 hat Schoof die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Klüden bekommen. Am 31. März 2010 – anlässlich seines 70. Geburtstages – wurde er mit der „Silbernen Glocke im Birnbaum“ geehrt. Am 4. November 2010 erhielt Schoof bei der Freigabe der sanierten Kreisstraße Klüden-Roxförde die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt.

Ottmar Schmicker (FUWG), Mitglied im Gemeinderat und Bewohner von Klüden, ergänzte: „Wir haben beide 24 Jahre zusammen für Klüden gekämpft. Die schönste Zeit, die wir gemeinsam hatten, waren die Jahre um 1995. Wir hatten etwa 3 Millionen D-Mark zum Verbauen in Klüden. Der Weitsichtigkeit von Erwin ist es zu verdanken, dass das ganze Dorf etwas davon hatte. Er hat es geschafft, die Bürger zu überzeugen, keine privaten Anträge zu stellen, sondern wir haben alle Straßen und Plätze erneuert sowie die alte Schule zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.“ Damit habe sich Schoof ein Denkmal gesetzt.

Auch Gerhard Reinecke (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, hob Schoofs fachkundige, sachliche und kritische Sichtweise hervor.

„Wir sollten den Wunsch von Erwin Schoof respektieren“, sagte der Bürgermeister. Das sah auch sein Rat so und fasste einstimmig den Beschluss des Ausscheidens. Feierlich überreichte Schliep-hake eine Ehrenurkunde und Blumen. „Schön wäre es, wenn man die Uhr etwas zurückdrehen könnte. Ich hätte gern noch weiter gemacht, aber irgendwann muss mal Schluss sein. Das habe ich so mit meiner Frau besprochen“, erklärte der 77-Jährige und versicherte: „Solange ich den Kopf noch frei habe und denken kann, werde ich jederzeit meinen Nachfolger unterstützen.“

Wilfried Leberecht übernimmt

Die Lücke, die Schoof hinterlässt, soll Wilfried Leberecht – nach Vorschlag von Schoof und in Abstimmung von Vertretern der Kulturgemeinschaft Klüden und des Calvörder Gemeinderates – schließen. „Herr Leberecht war jahrelang Ratsmitglied in Klüden. Er weiß, um was es geht und ist nicht neu auf der Strecke. Er hat eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und ist auch bereit, die Aufgaben zu übernehmen“, versicherte Schliephake.