Energie

Broschüre informiert die Einwohner von Calvörde über Solar-Vorhaben

Der Arbeitskreis „Bürgerbeteiligung Solar“ soll die verhärteten Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern von Photovoltaikanlagen in der Gemeinde Calvörde glätten. Noch druckfrisch ist die Broschüre, die Mitglieder des Kreises erarbeitet haben.

Von Anett Roisch
Hubertus Nitzschke, Vorsitzender des Arbeitskreises "Bürgerbeteiligung Solar", zeigt die frischgedruckte Info-Broschüre
Hubertus Nitzschke, Vorsitzender des Arbeitskreises "Bürgerbeteiligung Solar", zeigt die frischgedruckte Info-Broschüre Foto: Anett Roisch

Calvörde - Gegner und Befürworter der Solarenergie auf Freilandflächen hatten bei den vergangenen Sitzungen in hitzigen Debatten Argumente ausgetauscht. Ein Arbeitskreis „Bürgerbeteiligung Solar“ wurde gegründet, der sachlich über Freiland-Anlagen informieren soll, um Kompromisse zu finden. „Die Gemeinde Calvörde möchte Einwohnern aller Ortsteile eine Möglichkeit der Beteiligung bieten, um dann die Meinungsbilder bei ihrer Abwägung zum Energiekonzept berücksichtigen zu können“, erklärte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU).  Den Arbeitskreis leitet Hubertus Nitzschke (UWG). Neben dem Gemeindechef wirken die Ortsteilbeauftragten sowie einige Gemeinderäte mit. Am großen Tisch galt es, Fakten für einen Flyer zusammenzutragen. „Eigentlich können die Bürger erst nach dem  Aufstellungsbeschluss ihre Bedenken und Wünsche äußern. Aber wir wollen die Menschen schon im Vorfeld beteiligen“, betonte Nitzschke.

Grundlegend sei – nach Ansicht des Gemeindeoberhauptes - die Akzeptanz zur Solarenergie bei den Menschen in der Kommune  vorhanden. Kleine Anlagen auf Hausdächern werden meist als unproblematisch gesehen, einige Leute befürchten jedoch, dass die großen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen das Landschaftsbild zerstören. Nitzschke erläuterte: „Erst die Größe der Anlagen senkt die Kosten so weit, dass ein Solarpark rentabel betrieben werden könnte."

Anlagen sind weitgehen verdeckt

Nach den Ausführungen des Leiters des Kreises sei der Bau der Anlagen zwar ein Eingriff ins Landschaftsbild, aber durch Auflagen zur Bepflanzung der Außenränder würden die Anlagen weitgehend verdeckt werden. Der Gedanke „Energiewende ja, aber bitte nicht vor meiner Haustür“ dürfte kein Argument mehr sein, heißt es in der Broschüre. „Wer Strom konsumieren möchte und braucht, muss jetzt aktiv werden. Die Klimakatastrophe greift schlimmer in jedes Landschaftsbild ein als eine Solaranlage, versteckt hinter Büschen“, so Schliephake.

Die Verbandsgemeinde Flechtingen lässt derzeit ein Energiekonzept mit Gebieten, die für Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen geeignet sind, erstellen. Auf einer Karte im Flyer sind auch die möglichen Solarflächen in der Gemeinde Calvörde, die insgesamt etwa 522 Hektar groß sind, zu sehen. Per Hauswurfsendung wurde die Info-Broschüre verteilt und zusätzlich in den Aushängen veröffentlicht.

Die Bürger in den betroffenen Orten werden bei Info-Veranstaltungen (siehe Info-Kasten) die Vor- und Nachteile der Vorhaben noch einmal benannt bekommen. „Alle Gemeinderäte sind zu den Info-Veranstaltungen eingeladen, da sie letztendlich über den Entwurf mit entscheiden“, ergänzte Nitzschke. Der Arbeitskreis soll im Ergebnis dem Gemeinderat mitteilen können, inwieweit es eine Zustimmung oder eine Ablehnung in den einzelnen Ortsteilen zu den Vorhaben gibt.