Haldensleben l Wer auf der Suche nach Desinfektionsmittel ist, muss sich auf weite Reisen begeben oder viel Geduld bis zur nächsten Lieferung mitbringen. Denn die Regale in Haldensleben sind leer. Grund dafür ist womöglich das sich ausbreitende Corona-Virus.

Die Roland Apotheke in der Gerikestraße kann die Kunden momentan nicht bedienen. Seit Montag herrscht gähnende Leere in den Regalen, wo eigentlich das Desinfektionsmittel steht. „Wir haben nichts mehr. Seit Dienstag haben wir bestimmt 400 Flaschen verkauft“, sagt Apothekerin Anke Hanke und es würden auch jetzt noch viele Kunden nach dem raren Desinfektionsmittel fragen. Die nächste Lieferung wird Ende dieser Woche erwartet. Doch diese wird wahrscheinlich auch vorerst die letzte Lieferung sein, denn obwohl die Herstellung weiterer Desinfektionsmittel läuft, kann vorläufig wohl nicht geliefert werden, sagt Anke Hanke.

Dieselbe Situation zeigt sich auch in der Apotheke im Ohrepark. „Sowohl Mundschutz als auch Desinfektionsmittel sind seit etwa eineinhalb Wochen ausverkauft“, sagt Rabea Neubauer von der Ohre Apotheke. Die Nachbestellungen seien rausgegangen, doch der Großhändler könne keinen konkreten Liefertermin aufgrund der Engpässe festlegen. Also heißt es auch hier, abwarten und die fragenden Kunden bis zur nächsten Lieferung vertrösten.

Leere Regale im Drogeriemarkt

Auch im Drogeriemarkt Rossmann stehen die Kunden vor den Regalen und gehen wohl erst einmal leer aus. Die kleinen handtaschentauglichen Desinfektionsmittelflaschen sind nämlich auch dort zu Neige gegangen. „Wir beobachten eine erhöhte Nachfrage von bestimmten Produkten und stehen hierzu im engen Austausch mit unseren Lieferanten“, teilte die Presseabteilung von Rossmann auf Anfrage der Volksstimme mit. Wann es wieder Desinfektionsmittel gibt, wurde nicht mitgeteilt.

Bisher von den Engpässen verschont blieb das Ameos Klinikum. „Derzeit läuft die Belieferung ohne Einschränkungen. Die Ameos Gruppe wird von verschiedenen Lieferanten beliefert“, teilte Frank-Ulrich Wiener, Regionalgeschäftsführer Ameos Ost mit. Ebenfalls werden die Mindestbestände an Desinfektionsmittel eng überwacht, sodass diese nicht unterschritten werden, teilte Frank-Ulrich Wiener weiter mit.

Doch auch wenn momentan die Desinfektionsmittel vergriffen sind, kann man sich und andere dennoch mit den allgemeinen hygienischen Regeln vor Krankheiten schützen. So sollten die Hände für etwa 30 Sekunden mit Seife gewaschen werden. Geraten wird auch beim Niesen und Husten die Armbeuge oder ein Taschentuch zu benutzen.