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Die Bauhofbrücke in Walbeck muss komplett neu gebaut werden.

In Walbeck führt eine wichtige Brücke über die Aller. Die ist marode und wird bald ersetzt.

Von Carina Bosse
Mittlerweile mehrere Jahre ist die Brauhofbrücke in Walbeck für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Ihre Tragfähigkeit ist aufgrund eines maroden Unterbaus nicht mehr gewährleistet. Auch eine Sanierung ist nicht möglich, deshalb soll sie neu gebaut werden.
Mittlerweile mehrere Jahre ist die Brauhofbrücke in Walbeck für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Ihre Tragfähigkeit ist aufgrund eines maroden Unterbaus nicht mehr gewährleistet. Auch eine Sanierung ist nicht möglich, deshalb soll sie neu gebaut werden. Foto: Carina Bosse

Walbeck

Seit Jahren warten die Walbecker mittlerweile auf die Sanierung ihrer Brauhofbrücke, ein Teil der Zeit musste die Brücke über die Aller für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt werden, da ihre Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Nach zähem Ringen geht es nun an die Planung einer neuen Brücke, heiß ersehnt von den Walbeckern, für die die Brücke eine wichtige Lebensader zur Erschließung des Ortskerns darstellt.

Sanierung ist nicht möglich

Allerdings stellen sich die Bauarbeiten für einen Neubau – es hatte sich gezeigt, dass eine Sanierung nicht möglich ist – ähnlich schwierig und komplex dar wie beim Ersatzneubau der Gittelbrücke als Zufahrt zum Schwarzen Weg, die vor kurzem freigegeben werden konnte.

Die Erarbeitung einer Entwurfsplanung war im Juli vergangenen Jahres im Bau- und Vergabeausschuss bereits mit der Vorstellung mehrerer Gestaltungsvorschläge auf den Weg gebracht worden.

Das beauftragte Ingenieurbüro hatte im Zuge seiner Untersuchungen vier Varianten ausgearbeitet, die jüngst im Bau- und Vergabeausschuss des Stadtrates von Oebisfelde-Weferlingen von Ingenieur Helmut Gnade vorgestellt worden sind.

„Die Leistungen für die Planung sind bereits mit dem letztjährigen Haushalt gedeckelt, der genehmigt ist“, erläuterte Bauamtsmitarbeiter Ingolf Kollmeyer. Jetzt ging es darum, festzulegen, was gebaut werden soll. Von den vier vorgelegten Varianten sprach sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder schließlich für die vierte Variante aus, die auch vom Ingenieurbüro als Ausführungsvariante vorgeschlagen worden war.

Dabei handelt es sich um eine Brücke mit einem Stahlbetonrahmen aus Fertigteilen und Ortbetonergänzung mit überschnittener Betonpfahlwand, einem Brückenbelag aus Asphalt, mit Stahlbetonkappen und Geländer.

Der Überbau erhält eine etwas mehr als einen halben Meter dicke Stahlbetonplatte, die sich aus drei starken Stahlbeton-Fertigteilen und ergänzendem Beton zusammensetzt.

Verschiedene Probleme bei der Bauausführung

„Belastbar ohne Einschränkungen, geplant nach Euro-Last-Norm und mit einer Nutzbreite von 4,50 Meter“, erläuterte Helmut Gnade.

Schwierig wird die Angleichung der Höhenunterschiede und die Gründung der Brücke. Hierfür wird eine Tiefgründung mittels einer überschnittenen Bohrpfahlwand mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern erforderlich sein. Der Einbau von Unterwasserbeton sorgt für in erforderlicher Baugrundtiefe für die notwendige Standfestigkeit. Gebaut werden muss mit spezieller Technik, die auf einer Konstruktion vom Flussbett aus agieren kann. Deshalb bedarf es für die Dauer der Bauarbeiten auch einer wasserrechtlichen Genehmigung.

Um wasserseitig eine dauerhafte Konstruktion zu erreichen und Wasserhaltung zu ermöglichen, werden Spundwände vorgesehen.

Auf der Ostseite wird die Kappe mit einer Breite von 2,35 Meter als Gehweg hergerichtet, auf der Westseite soll ein Notgehweg von 0,75 Metern entstehen.

Während der Bauzeit muss das Wasser der Aller mit vier Rohre gelenkt werden. Für den Fall eines Hochwassers muss innerhalb kurzer Zeit für einen ungehinderten Abfluss gesorgt werden.

Nicht ganz einfach wird auch die Einrichtung einer Baustelle sein, denn die Brücke liegt sehr dicht an der Landesstraße 20 und hat wenig Platz zu bieten. Die Landesstraße könne auch nicht über die gesamte Bauzeit gesperrt werden, war aus der Ingenieurgemeinschaft zu erfahren.

Mit aktuell lediglich geschätzten Kosten von 795.000 Euro bildet Variante 4 die zweitgünstigste.

„Für die Gesamtmaßnahme dürfen wir nicht nur die Kosten sehen, sondern auch die Bautechnologie im Blick haben“, gab Helmut Gnade dem Ausschuss zu bedenken.