Bülstringen l Entsetzen stand Wehrleiter Tino Pasemann ins Gesicht geschrieben. In der Nacht zu Mittwoch drangen unbekannte Täter zunächst auf der Rückseite in das Feuerwehrgerätehaus ein, durchwühlten die Spinde der Kameraden und die Taschen ihrer Uniformen, brachen einen Schrank auf, durchstöberten Fächer und Einsatzgerätschaften. „Was sie mitnahmen, waren Kleinigkeiten, aber der Schaden, den sie durch den Einbruch angerichtet haben, ist groß“, sagt Frauke Ueckert, bei der Verbandsgemeinde Flechtingen zuständige Sachbearbeiterin für die freiwilligen Feuerwehren.

Doch mit diesem einen Einbruch gaben sich die Vandalen nicht zufrieden. Im aufgebrochenen Schrank hatten sie einen Schlüssel gefunden, mit dem sie sich Zutritt zur etwas weiter entfernt gelegenen Garage mit dem Drehleiterfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Bülstringen verschafften. „Der war gar nicht als der Garagenschlüssel gekennzeichnet“, sagt Wehrleiter Tino Pasemann. Woher also sollten die Täter wissen, wozu der Schlüssel gehört - Insiderwissen? Die Vermutung liegt nahe.

Offenbar zwei Täter

Dass es sich um zwei Täter handelte, ist zwar eine Annahme der Feuerwehrleute, doch ein Zeuge, der spätabends noch an der Kanalpromenade mit seinem Hund eine Gassirunde drehte, hatte zwei abgelegte Fahrräder auf dem Weg hinter der Garage gesehen. Darum gehen Verwaltung und Feuerwehr davon aus, dass es sich dabei um die Räder der Einbrecher handelte.

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Mit einem zuvor im Gerätehaus aus einer Kiste mit Gerätschaften für den Unfall-Einsatz gestohlenen Federkörner zerstörten die Täter die vier Seitenscheiben des Drehleiterfahrzeuges. Auch die Frontscheibe erlitt einen Schaden, doch durch sie konnte das Gerät nicht so einfach dringen, sie blieb dadurch heil, muss aber wohl aus Sicherheitsgründen auch ersetzt werden.

Fast schon kurios: Die Garage wurde von den Tätern wieder ordnungsgemäß abgeschlossen.

Fahrzeug wird schnell repariert

Umgehend setzte sich Frauke Ueckert am Mittwoch mit Scania in Haldensleben in Verbindung, die zusagten, das beschädigte Fahrzeug umgehend zu reparieren. „Es ist einfach nicht zu verstehen, wie jemand aus purer Zerstörungswut oder Rache einen solchen Schaden anrichten kann. Die Drehleiter musste abgemeldet werden, ist also nicht einsatzbereit“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. Was, wenn im Notfall jemand nicht rechtzeitig gerettet werden könne, weil das Fahrzeug nicht zur Verfügung steht?

Auch Gemeindearbeiter Helmut Buthge kann nur mit dem Kopf schütteln über den puren Vandalismus, der im Notfall sogar Leben kosten kann. Hier werde das verantwortungsvolle Ehrenamt der Feuerwehr mit Füßen getreten.

Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet, Spuren gesichert. Die Ermittlungen dauern an.