Sanierung

Eine Gruppe will Schloss II beleben

Schloss II in Erxleben aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken, dieser Aufgabe wollen sich 15 engagierte Bürger jetzt widmen.

Erxleben l Bereits seit dem Mittelalter prägt eine mächtige Burganlage das Ortsbild von Erxleben. Die alteingesessene Adelsfamilie von Alvensleben mit ihren unterschiedlichen Linien baute im Laufe der Jahrhunderte den heute vorhanden Schlosskomplex im Ortszentrum.

Das Schloss I wird gegenwärtig von der Verbandsgemeinde Flechtingen und der Gemeinde als Verwaltungs-standort genutzt. In der mit Hilfe eines aktiven Förderkreises liebevoll restaurierten Schlosskapelle finden Konzerte und andere Veranstaltungen den Zuspruch des Publikums. Man bemüht sich mit den kulturellen Höhepunkten ständig um Spenden für die Restaurierung der stolzen Herbst-Orgel im Gotteshaus.

Demgegenüber steht das sanierungsbedürftige Schloss II aus dem 16. Jahrhundert, das durch einen jahrelangen Leerstand zunehmend dem Verfall preisgegeben ist. Ein von der Gemeinde erwogener Abriss kam nicht in Frage, das der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz steht.

„Hier muss möglichst bald wieder Leben einziehen“, sagten sich Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß und Erxlebens Bürgermeister Gerhard Jacobs. Da die Gemeinde diese gewaltige Aufgabe nicht allen stemmen kann, wandte sie sich an die Einwohner.

So kamen am 22. Juni zum zweiten Mal 15 Personen aus Erxleben und Umgebung zusammen. Sie alle wollen sich in das ehrgeizige Ziel einbringen, das geschichtsträchtige Gebäude aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Darum schlossen sie sich auch zu einer Interessengemeinschaft Schloss Erxleben zusammen. Die Mitwirkenden wollen sich regelmäßig treffen, um die nächsten Aktivitäten abzustimmen.

Zunächst soll die Öffentlichkeit auf das Anliegen der Schloss-Sanierung aufmerksam gemacht werden. Dafür bietet sich der Tag des offenen Denkmals am 11. September an. Für das kommende Jahr sind erste konkrete Projekte geplant, insbesondere auch im Rahmen der Leader-Strategie der Lokalen Aktionsgruppe „Flechtinger Höhenzug“ zur Entwicklung des ländlichen Raumes.

Um die Gemeinde Erxleben nachhaltig konzeptionell und finanziell unterstützen zu können, wird die baldige Umwandlung der Interessengemeinschaft in eine Vereinsform angestrebt. So soll das Motto der Gemeinde Erxleben „geschichtsträchtig und zukunftsorientiert“ verwirklicht werden.

Alle, die sich in der Interessengemeinschaft und später im Verein engagieren möchten,sind zur Mitwirkung willkommen. Ansprechpartner für Interessenten ist Gerhard Jacobs über die Gemeindeverwaltung im Schloss I.

Als eine der ersten öffentlichkeitswirksamen Aktionen soll es am Freitag, 8. Juli, ab 14 Uhr einen Arbeitseinsatz auf dem Schlossgelände geben. Es gilt, das Schloss und seine umfangreichen Anlagen zu entrümpeln und vom Staub zu befreien. Zum Tag des offenen Denkmals sollen die ersten Räumlichkeiten gezeigt werden können.

In den vergangenen Monaten hatte das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg bereits mehrere internationale Seminare zur Bauforschung und -erkundung in Schloss II durchgeführt. Ziel ist eine umfassende Wärmebehandlung zur Entfeuchtung des Mauerwerks.