Rottmersleben l 90 Jahre haben die Feuerwehr in Rottmersleben geprägt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Der Grundstein wurde im Oktober 1929 durch den damaligen Amtsvorsteher Hermann Ludwig Steinhauer und weitere Mitstreiter gelegt. 35 Aktive und weitere Passive hatte die Rottmersleber Feuerwehr im Gründungsmonat. Das konnte Frank Keitel, heute Mitglied der Feuerwehr und auch mehrere Jahre Wehrleiter, am Donnerstagabend, 9. Mai 2019, während des Traditionsabends berichten. Bei der Verrichtung ihrer Arbeit half den Feuerwehrkameraden von einst eine Motorspritze.

Wie wichtig der Brandschutz in dieser Art war, beweist auch ein weiteres Blättern in der Chronik. In den Jahrzehnten nach der Gründung der Feeurwehr war Rottmersleben immer wieder Ereignisort schwerer Großbrände und Hochwasser. Aber auch die Anschaffung neuer Technik, der Bau eines neuen Gerätehauses und weiterer Anbauten, das Bewältigen neuer Herausforderungen wie der Einsatz als Nachrichtengruppe sowie Wettkämpfe und Feste waren Meilensteine in der Entwicklung der Wehr.

Langer Festumzug durchs Dorf

Mit dem Fest zum 90-jährigen Bestehen am vergangenen Wochenende kommt ein weiterer Meilenstein hinzu. Über Monate hatten Feuerwehr und der Feuerwehrförderverein an der Organisation gearbeitet. „Die Schlange der Fahrzeuge im Umzug nahm gar kein Ende“, stellte Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz fest, als er nach dem Festumzug am Sonnabend auf dem Sportplatz ankam. Das hatte einen simplen Grund: So wie schon vielfach in der 90-jährigen Geschichte, war die Rottmersleber Wehr auch anlässlich des runden Geburtstages Gastgeber für den Kreiswettbewerb im Löschangriff Nass. Die Teilnehmer, die aus weiten Teilen des Gebietes des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis angereist waren, reihten sich mit ihren Fahrzeugen in den Festumzug durch die Rottmersleber Straßen ein.

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Mit dabei waren auch verschiedene Gäste aus der Kommunalpolitik und der Wirtschaft. So wie beispielsweise Landrat Martin Stichnoth wussten sie alle, dass es von Bedeutung ist, die Säule des Brandschutzes sicherzustellen. „Dazu braucht es einerseits die finanzielle Unterstützung, andererseits aber auch ein Netzwerk aus Partnern“, erklärte er.

Bürgermeisterin Steffi Trittel betonte, dass diejenigen, die sich ehrenamtlich in der Jugendfeuerwehr und Feuerwehr engagieren, nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, sondern auch besondere soziale Kompetenzen erlangen: Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Motivationsfähigkeit.

Wettkämpfe im Regen

Und genau diese Kompetenzen stellten 14 Jugend-, zwei Frauen-, 13 Männermannschaften sowie das Team der Rottmersleber Partnerfeuerwehr aus dem bayrischen Raßberg (außer Konkurrenz) im anschließenden Löschangriff Nass unter Beweis. Bei Regen flitzten sie über die Bahn und bauten in Windeseile eine Wasserversorgung auf. Alle hofften auf den Sieg, doch am Schluss konnte nur einer gewinnen. Herausragend von den Ortsfeuerwehren der Hohen Börde, die insgesamt elf Teams auf die Strecke schickten, zeigte sich die Ochtmersleber Feuerwehr. Sie holte sowohl bei der Jugend und bei den Männern die Siegerpokale auf Gemeindeebene und hatte zudem noch die einzige Frauenmannschaft der Hohen Börde gestellt.

Den Festcharakter unterstrichen ein Tanzabend am Sonnabend und ein musikalischer Frühschoppen am Sonntag. Bei letzterem brachten sich ebenso wie beim Festumzug auch die Freunde aus Bayern mit ein. Die Blaskapelle aus Hauzenberg, zu dem auch die Feuerwehr Raßberg gehört, unterstützte die musikalische Umrahmung.

Natürlich war auch der „Traum vom neuen Gerätehaus“ Thema beim Fest, zumal die Umsetzung jetzt zum Greifen nah ist. Am heutigen Montag, 13. Mai 2019, wird Innenminister Holger Stahlknecht den Fördermittelbescheid des Landes an die Gemeinde übergeben. Und nach Fertigstellung werden sicher auch die vielen Geburtstagsgeschenke, unter anderem eine Drehleiter im Kleinformat, hier ihren „Stellplatz“ finden.