Wedringen/Haldensleben l Sowohl für die geplante Neuanschaffung eines Einsatzfahrzeuges als auch für den Neubau des Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Wedringen klafft eine Finanzierungslücke. Die Stadt Haldensleben hatte für beide Vorhaben Fördermittelanträge beim Land Sachsen-Anhalt gestellt – und beide sind abgelehnt worden.

Die Begründung ist einfach: dem Land fehlt es an Geld. Zwar hatte es für die Förderung des kommunalen Brandschutzes im Jahr 2018 Mittel bereitgestellt. „Doch diese Mittel sind zum Teil im Rahmen der zentralen Beschaffung zur Förderung des Erwerbs von Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugen HLF 20 sowie von Löschgruppenfahrzeugen LF 20 für Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt verwandt worden. Die nunmehr noch für das Jahr 2018 zur Verfügung stehenden sehr begrenzten Haushaltsmittel reichen nicht aus, um alle Anträge berücksichtigen zu können“, heißt es in der Begründung zur Ablehnung der Fördermittelanträge.

Land hat zu wenig Geld

Das aktuelle Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wedringen, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser, kurz TSF-W, ist Baujahr 1997. „Zwar ist die Feuerwehr damit einsatzbereit, aber nach einer Abschreibungsdauer von 20 Jahren ist es an der Zeit, die Technik zu modernisieren“, erklärt Haldenslebens Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Carola Aust.

Ein neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) mit einem 1000 Liter großen Löschwassertank sollte daher für die Wedringer Wehr angeschafft werden. Die Kosten dafür lagen bei rund 230.000 Euro. Als Förderung war eine Summe von 90.000 Euro beantragt worden.

Aktuelles Fahrzeug von 1997

Doch das bestehende Gerätehaus in der Dorfstraße bietet nicht genügend Platz – weder für das neue Fahrzeug noch für eine dafür notwendige Erweiterung. Deshalb hatte sich der Ortschaftsrat für einen Neubau an der Straße Zum Kanal entschieden. Geplant ist ein eingeschossiges Gebäude mit 262 Quadratmetern Grundfläche. Es soll einen Sozialbereich sowie eine Fahrzeughalle umfassen. Mit Kosten von 600.000 Euro war der Neubau geplant, 150.000 Euro davon als Fördermittel.

Für die Wedringer Wehrleitung mache der Kauf eines neuen Fahrzeuges aber erst Sinn, wenn eine entsprechende Unterstellmöglichkeit gegeben ist. Sie plädiere daher dafür, zuerst den Neubau zu errichten und dann das neue Auto zu kaufen. Zumal die Planung für das neue Gerätehaus abgeschlossen sei, die Baugenehmigung bereits vorliege und die Ausschreibung vorbereitet sei, erklärte Carola Aust.

Gerätehaus-Planung abgeschlossen

Doch weil praktisch beide Maßnahmen wegen der fehlenden Fördermittel nicht umgesetzt werden können, soll mit einer Budgetverschiebung zumindest erst einmal der Neubau finanziert werden. Das Geld, das zunächst für das neue Feuerwehrauto geplant war, kann so in den Neubau fließen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Stadtrat auf seiner Sitzung am 6. Juni dieser Budgetverschiebung zustimmt.

Weil das geplante MLF damit in die weitere Ferne rücken würde, hat die Wedringer Wehr ein „Wunschauto“ als Alternative. „Doch dabei müssen wir zunächst schauen, wo wir finanziell landen“, will die Ordnungsamtsleiterin erst einen Schritt nach dem anderen absolvieren. „Erst danach können wir weitere Entscheidungen treffen.“