Ostingersleben l Mit 28 Einsätzen im vergangenen Jahr zählt die Freiwillige Feuerwehr Ostingersleben zu den einsatzstärksten in der Verbandsgemeinde Flechtingen. „Damit seid ihr in den Top 5 unserer Wehren“, so Gemeindewehrleiter Andreas Wolter, übrigens erstmals zu Gast bei der Jahreshauptversammlung in Ostingersleben.

Die hohe Einsatzbereitschaft eines vergleichsweise kleinen Ortes „belohnte“ der Gemeindewehrleiter mit einer faustdicken Überraschung: Das neue, von der Verbandsgemeinde als Träger der freiwilligen Feuerwehren in diesem Jahr geplante Tanklöschfahrzeug sollen die Ostingersleber Kameraden erhalten. Diese Ankündigung wurde bei der Versammlung mit Applaus angenommen.

Hintergrund der Überlegungen der Gemeindewehrleitung, die nach Andreas Wolters Worten intensiv darüber beraten hat, sind Schwierigkeiten in der Freiwilligen Feuerwehr Erxleben, die aus diesem Grund derzeit als Gruppe unter Eimersleber Regie existiert.

Im Sommer soll das neue Tanklöschfahrzeug anrollen. „Es ist ein Beweis des Vertrauens an euch, auch angesichts des Einsatzaufkommens, oft auf der nahe gelegenen Autobahn“, sagte Andreas Wolter den Kameraden. Ihm sei aber auch bewusst, dass das mehr Arbeit bedeutet, mehr Ausbildung und Einweisung. Vor diesen neuen Herausforderungen schrecken die Ostingersleber aber nicht zurück, wie sie betonten, groß war schließlich die Freude über die Ankündigung des neuen Iveco-Magirus.

Dass die vergleichsweise kleine Feuerwehr so aktiv sein kann, verdankt sie stolzen 78 Mitgliedern (bei 224 Einwohnern, Stand 31. Dezember 2019), wovon 66 beitragspflichtig, also im Erwachsenenalter, sind. Zwölf Mädchen und Jungen gehören zur Nachwuchsfeuerwehr. Von den 28 Einsätzen 2019 waren 14 Brandeinsätze. Dem heißen, trockenen Sommer ist es wohl geschuldet, dass allein im Juni neun, und im Juli fünf Einsätze zu fahren waren. An den Feldbrand bei Morsleben am 27. Juli erinnern sich die Einsatzkräfte zum Beispiel noch sehr gut.

34 Einsatzstunden stehen in der Statistik, rechnet man die aller Ostingersleber Kameraden im Einsatz zusammen, summiert sich das ganze um ein Vielfaches, zog Erik Wipper Bilanz. Der längste Einsatz mit mehr als fünf Stunden vor Ort führte die Brandschützer auf die Nordbahn der Autobahn, also in Fahrtrichtung Hannover. Bei einem Lkw-Brand geriet dessen Ladung, Möbel, in Brand und ließen sich nicht so schnell löschen. „Wir mussten immer ein Auge auf den Verkehr auf der Autobahn haben“, sagte Erik Wipper.

Renovierung des Gerätehauses

Am Gerätehaus konnten Renovierungsarbeiten in der Fahrzeughalle und eine Umgestaltung des Eingangsbereiches in Angriff genommen werden.

Alle zwei Wochen kommt auch der Nachwuchs der freiwilligen Feuerwehr zu Ausbildung und Übung zusammen, resümierte Jugendwart Friedbert Kloß.

Neben der brandschutztechnischen Arbeit sind die Kameraden neben den Ingersleber Landfrauen und den Senioren eine kulturelle Größe im Ort. Gesellige Treffen wie die alljährliche Grünkohlwanderung und neu der im vergangenen Jahr erfolgreich stattgefundene Adventsmarkt bringen die Einwohner zusammen.

Zu den Höhepunkten der Feuerwehrleute dieses Jahr soll im Juni eine Kremserfahrt ab Kunrau in den Drömling gehören. Der Tag soll bei einem gemütlichen Beisammensein im oder am Gerätehaus ausklingen. Auch das adventliche Treiben soll nach dem Erfolg 2019 eine Fortsetzung finden.