Haldensleben l „Halmleben“, „Grün & Fink“, „Haldensbeet“ oder „Gemüsewald“ – an Namensvorschlägen für einen Gemeinschaftsgarten in Haldensleben mangelt es nicht. Und auch nicht an Enthusiasten, die dieses Projekt weiter verfolgen. Die haben sich mittlerweile zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden, um ihr Vorhaben zu verwirklichen.

Neben knapp 15 Khepera-Mitgliedern gehören dazu auch 8 Nicht-Vereinsmitglieder. „Der Rest des Vereins trägt das Projekt mit, allerdings nicht aktiv“, erklärt Initiator Christian Feißel dazu. Der Verein sieht sich nach wie vor lediglich als Impulsgeber und Unterstützer für das Vorhaben und nicht als Haupt-Organisator.

Sieben mögliche Standorte geprüft

Denn realisiert werden soll das Projekt in erster Linie von Haldenslebern. „Zielgruppe sind alle Bürger, die Spaß und Freude an der Gartenarbeit haben“, hatte Feißel vor Jahresfrist bei der Vorstellung der Gemeinschaftsgarten-Idee im Haldensleber Bauausschuss schon versichert. Und daran hat sich bislang auch nichts geändert. Daher freue er sich über jeden Mitstreiter, der nicht zum Khepera-Verein gehört, sagt er.

Seit November des vergangenen Jahres hat das Projekt wieder Fahrt aufgenommen, nachdem es im Sommer einen Dämpfer bekommen hatte. Die damals auserwählte, brachliegende Fläche am Pfändegraben, welche die Stadtverwaltung den potenziellen Hobby-Gärtnern in Aussicht gestellt hatte, war plötzlich tabu – weil die Anwohner massive Einwände hatten. Die Stadtverwaltung machte einen Rückzieher, jedoch nur, was die Fläche betraf. Der Idee von einem Gemeinschaftsgarten steht sie nach wie vor offen gegenüber.

Doch gerade die Fläche ist der aktuelle Knackpunkt bei der Sache. Denn bislang hat die Interessengruppe noch keine adäquate Alternative zum Pfändegraben im Stadtgebiet finden können. Sieben mögliche Standorte für den Gemeinschaftsgarten standen auf der jüngsten Zusammenkunft der Mitstreiter zur Debatte. Zum Teil handelt es sich dabei um Privatflächen, zum Teil um Kirchenland. Auch Flächen in Stadtbesitz gehören dazu.

Thema im Bauausschuss

Welches Grundstück nun am geeignetsten sei, das wollten die Gartenfreunde in einem Abwägungsprozess ermitteln. Ein Auswahlkriterium war beispielsweise das Eigentumsverhältnis. So brachte Constanze Bajerski den Einwand vor, das Privatflächen immer mit dem Risiko behaftet seien, dass sich der Eigentümer eventuell zu sehr in das Projekt mit einmischen und so zum eigenen Vorteil mitbestimmen könne. Das würde dem Konzept des Gemeinschaftsgartens, der sich ja aus der Mitte der Stadt entwickeln soll, entgegenstehen.

Weitere Kriterien waren die Anbindung der Fläche an öffentliche Aktivitäten und Einrichtungen, die sichtbare Wahrnehmung der Fläche sowie deren Größe. Auch die Bodenbeschaffenheit und die vorhandene Vegetation spielten bei der Auswahl eine Rolle.

Diese Alternativenprüfung soll nun bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 30. Januar, um 18 Uhr öffentlich vorgestellt werden, so plant Christian Feißel. Die Ausschussvorsitzende Anja Reinke (FUWG/Die Fraktion), die bei der jüngsten Zusammenkunft der Gemeinschaftsgärtner mit dabei war, hat zugesichert, das Thema auf die Tagesordnung des Bauausschusses nehmen zu wollen.

An dem Projekt können sich alle beteiligen, die Lust am Gärtnern haben und dieses Hobby mit anderen Menschen teilen möchten. „Die Haldensleber sind ein wenig schwer aus der Reserve zu locken“, meint Christian Feißel. Aber er ist überzeugt, dass die Interessengruppe weiter wachsen werde – vor allem dann, wenn die Vorarbeit vorbei ist und die Praxis im Grünen die Oberhand gewinnt.