Naturschutz

Junge neu gepflanzte Stechpalme komplettiert „Baumallee des Jahres“ in Rottmersleben

Rottmersleber pflegen und entwickeln seit geraumer Zeit ein besonderes Kleinod am Ortsrand

Hans-Eike Weitz achtet darauf, dass die "Baumallee des Jahres" in Rottmersleben alljährlich um einen mit einem Namensschild versehenen "Baum des Jahres" ergänzt wird.
Hans-Eike Weitz achtet darauf, dass die "Baumallee des Jahres" in Rottmersleben alljährlich um einen mit einem Namensschild versehenen "Baum des Jahres" ergänzt wird. Fotos (2): Constanze Arendt-Nowak

Constanze Arendt-Nowak Rottmersleben

Gerade frisch ist ein kleiner Baum der Sorte Stechpalme in die Erde gekommen, hinter dem großen Schild mit dem eingebrannten Namenszug wirkt er fast ein wenig verloren. Er macht als „Baum des Jahres“ für 2021 die „Baumallee des Jahres“ am Rande von Rottmersleben komplett - vorerst, bis im kommenden Jahr wieder ein „Baum des Jahres“ gewählt und ein Exemplar davon auch hier gepflanzt wird.

Die Allee-Idee wurde einst im Gemeinderat geboren

Gestartet wurde das Projekt, wie Hans-Eike Weitz als Ortsbürgermeister von Rottmersleben berichtet, einst nach einer Idee des ehemaligen Rottmersleber Gemeinderatsmitgliedes Jürgen Pasemann. Mit seinem Hinweis, dass es die „Bäume des Jahres“ gibt, stieß er bei seinen Mitstreitern im Gemeinderat auf offene Ohren. Das war eine Möglichkeit, die Fläche, auf der eine frühere sogenannte Massenmiete der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) abgebrochen worden war, wieder aufzuwerten.

Bereits im Jahr 2002 hatte die Firma Prokon die Fläche zwischen der Nordgermersleber Straße und der Bornstedter Straße erworben, um für den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in der Gemarkung Rottmersleben Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen.

Die alljährliche Wahl des „Baumes des Jahres“ durch das Kuratorium Baum des Jahres hat das Ziel, den Wert des Baumes in der Gesellschaft hervorzuheben. In Deutschland wird der „Baum des Jahres“ seit 1989 gewählt. Laut der Internet-Enzyklopädie Wikipedia, spielen für die Auswahl zwar auch die ökologische Bedeutung sowie die Seltenheit und Bedrohtheit der Baumart eine Rolle, fokussiert wird aber mehr die Aufklärung der Bevölkerung über die Eigenarten der jeweils ausgewählten Bäume. Vielerorts wird mit Pflanzaktionen für die jeweiligen Baumarten geworben.

Erster Baum im Jahr der Rosskastanie gepflanzt

In Rottmersleben wurde mit der Pflanzung des jeweiligen „Baumes des Jahres“ im Jahr der Rosskastanie, nämlich 2005, begonnen. Als der Rottmersleber Fachmann für Garten- und Landschaftsbau, Axel Jordan, diese Pflanzung übernahm, ließ er auch die Vorgängerbäume bis zum Jahr 1989 folgen. Die Kosten hatte damals die Firma Prokon übernommen. Seitdem gesellt sich in jedem Jahr ein neuer Baum hinzu, der wie die anderen mit einem Schild, auf dem Name und Jahr vermerkt sind, versehen wird. „So kann man auf dem Pfad auch noch was lernen“, so Weitz.

Einige der Bäume, wie beispielsweise der Spitzahorn von 1995 oder die Silberweide von 1999 haben es inzwischen auf eine stattliche Größe gebracht. Auch ist die „Baumallee des Jahres“ nach beiden Seiten über die offiziellen Eingangsportale hinausgewachsen. „Bald kriegen wird ein Platzproblem“, kommt Hans-Eike Weitz ins Grübeln. Wahrscheinlich müsse dann auf der anderen Seite des Weges die Pflanzung der „Bäume des Jahres“ fortgesetzt werden. Der Weg selbst wird nach Aussage des Ortsbürgermeisters regelmäßig gemäht und damit Spaziergänger im Schatten der Bäume auch einmal rasten können, wurden Bänke aufgestellt. Schilder weisen unweit der Eingänge an den Ortsverbindungsstraßen auf die „Baumallee des Jahres“ hin.